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  1. #1
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    Elektrotechnik oder Technische Informatik?

    Hallo,

    nach beinahe vier Jahren Berufstätigkeit als Software-Entwickler habe ich eingesehen, dass ich zwar ein guter Programmierer bin, aber mich bis jetzt viel zu wenig für Hardware interessiert und auch in meinem Studium (Bachelor Medizinische Informatik, Master Computational Intelligence) viel zu wenig darüber gelernt habe. Es ist zwar nicht so, dass deswegen meine Position in der Firma gefährdet wäre. Aber es ist halt schon etwas peinlich, wenn die Firma extra einen EDV-Techniker kommen lassen muss, damit dieser mir dann Dinge erklärt, mit denen ich mich bislang nicht beschäftigt habe - zum Beispiel, dass es völlig normal ist, wenn beim Hochfahren eines Computers das Lämpchen kurz ausgeht und erst nach einigen Sekunden wieder angeht, weil es nur dann leuchtet, wenn eine Spannung von 12 V überschritten wird.

    Frage: Welche Lehrveranstaltungen sind am besten geeignet, um möglichst schnell möglichst fundierte Kenntnisse der Elektrotechnik zu bekommen?
    Nach Durchsicht der Studienpläne Elektrotechnik (Bachelor) und Technische Informatik (Bachelor, Master) habe ich den Eindruck gewonnen, dass ich eher in den Lehrveranstaltungen für Studierende der Elektrotechnik das erfahren könnte, was ich gerne lernen würde. Die Lehrveranstaltungen für Technische Informatik scheinen mir im Großen und Ganzen sehr abstrakt-theoretisch zu sein, fast schon wie in meinem Masterstudium (Computational Intelligence). Natürlich habe ich abstrakt-theoretische Dinge gern, sonst hätte ich nicht dieses Masterstudium absolviert; aber nun geht es mir um handfeste Dinge. Ich suche nach einer Vorlesung, in der Fragen beantwortet werden wie "Was ist ein Relais?", "Was ist ein kapazitativer Widerstand?" und im Idealfall eben auch erklärt wird, dass es völlig normal ist, wenn beim Hochfahren eines Computers das Lämpchen kurz ausgeht und erst nach einigen Sekunden wieder angeht, weil es nur dann leuchtet, wenn eine Spannung von 12 V überschritten wird.

    Was würdet ihr mir empfehlen?

    Besten Dank!

  2. #2

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  3. #3

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    Ich studiere zwar weder das eine noch das andere, kenne aber Leute, die Technische Informatik machen. Für die Elektrotechnik-Basics gibt es im TI-Bachelor jedenfalls eine VO (und dazugehörig ein Tutorium) sowie eine Laborübung. Der Rest ist Uni-typisch halt schon eher spezifisch-abstrakt. Die von dir geforderten Kenntnisse wird man wohl aber am ehesten, denke ich, in einer Lehre (Kommunikationselektroniker, ...) oder einer HTL (Kolleg) erwerben.

  4. #4
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    Die VO (und das Labor dazu) die Luk@s meint heißt "Elektrotechnische Grundlagen" und man lernt dabei wirklich die Basics der Elektrotechnik. Ich kann das Labor nur wärmstens empfehlen (hatte selten das Gefühl in einer LVA so viel neues, wie in dieser zu lernen. Da gebührt der Dank aber sicher auch vorallem dem Wolfgang Tomischko der sich wirklich Zeit nimmt den Studenten das Ganze näher zu bringen)

    In der VO war ich eigentlich nie, aber das Labor ist recht witzig und dabei lernst du dann wirklich so Sachen wie, wieso die Lampe nicht leuchtet (nicht explizit, aber du lernst über Spannungs- und Stromkurven und weißt dann wieso die nicht leuchet ), was passiert wenn der Widerstand zu klein ist (also der Leuchtbogen wenn er abbrennt) und auch Löten (das wird aber nur als Extra für interessierte Studenten angeboten).

    Das "Lästige" dabei ist, dass du für das Labor einen Partner brauchst, sprich falls du niemanden kennst wirst du irgendwem zugelost.
    Die Macht vieler Propheten liegt in der Dummheit der Zuhörer.

  5. #5

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    ich hab auch ET studiert, und muss dich leider enttäuschen: ET ist sehr theoretisch ausgelegt. Du lernst zwar die Eigenschaften des EM Felds, nicht aber, welches Lamperl am Computer wann leuchtet (und ehrlich gesagt ist das auch nicht Sinn eines Studiums).
    Wenns schon unbedingt eine LVA sein muss, dann mach das Messtechniklabor. Allerdings brauchst du dort schon einige Grundlagen a la ET1, ET2 und SigSys1.
    Viel besser wäre es, wenn du dir ein Mikrocontroller Set zulegst und damit rumspielst. Oder du kaufst dir ein Elektronik Baukasten, da kann man ohne Löten schnell diverse Schaltungen zusammenstecken. Dazu noch irgendein Simulationstool (z.B. Spice).

    Wenns dich beruhigt: es gibt genug Informatiker, die keinen Plan vom Innenleben eines Computers bzw. Elektronik haben. Und eigentlich ist das auch nicht nötig, man muss ja nicht Mädchen-Für-Alles sein.

  6. #6

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    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Wenns dich beruhigt: es gibt genug Informatiker, die keinen Plan vom Innenleben eines Computers bzw. Elektronik haben. Und eigentlich ist das auch nicht nötig, man muss ja nicht Mädchen-Für-Alles sein.
    Das stimmt. Leider gibt es die Annahme, dass Informatiker ja doch nur akademische EDV-Techniker sind. Dass das halt doch ein eigenes Berufsbild ist, ist vielen nicht ganz klar.

  7. #7

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    Quote Originally Posted by Luk@s View Post
    Das stimmt. Leider gibt es die Annahme, dass Informatiker ja doch nur akademische EDV-Techniker sind. Dass das halt doch ein eigenes Berufsbild ist, ist vielen nicht ganz klar.
    eben. Aber in den anderen technischen Fächern ist's nicht anders. Ein Maschinenbauer kann doch mal schnell was am Auto reparieren, ein Elektrotechniker den Fernseher, und ein Informatiker eben beliebige Computerprobleme lösen.
    Die Antwort ist jedes Mal: wenn der (die) Absolvent(in) sich in der Freizeit damit beschäftigt hat, dann ja, sonst nein.

  8. #8

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    Grundsätzlich habe ich auch den Eindruck, dass für diese Zwecke die Uni nicht der passende Ort ist.
    Überspitzt gesagt habe ich in meinen LVAs zwar auch die Kirchhoffschen Regeln gelernt, Hochpass/tiefpass-schaltungen zusammengesteckt, ein paar Jahre embedded systems programmiert etc. aber praktisch kann ich nichtmal einen Herd richtig anschließen.
    Jemand mit HTL, Diplomstudium und Doktorat in Elektrotechnik darf genausowenig einfach so als Elektriker praktizieren.

    Ich habe mir dann einige Bücher zu Haushaltselektronik u.ä. reingezogen vor einiger Zeit, aber so richtig ist mir nie ein Licht aufgegangen .
    Da habe ich oft den Eindruck, das was z.B. in der Lehre vermittelt wird, ist nur sehr schlecht bis gar nicht formalisiert aufbereitet worden und wird nur mündlich weitergegeben. Ich habe Verwandte, die Automechaniker, Maschinenschlosser etc. sind und die haben noch nie von Kirchhoff et al gehört, aber kriegen das alles hin - mit ganz simplen Abstraktionen, die sich uns Akademikern aber scheinbar verschließen ).

    Erinnert mich an einen Spruch, den ich letztens gelesen habe von (ich glaube Stanford wars)-Mathematikern - die Rechnung beim Essen wird immer von den neuen Studenten ausgerechnet, die älteren haben das Rechnen im Mathematikstudium verlernt.

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