Wiedereinführung von Studiengebühren
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  1. #1

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    Wiedereinführung von Studiengebühren

    Tja, wie es aussieht, kann man ab September mit neuen Studiengebühren in der Höhe von rund 500€ rechnen? Was sagt ihr dazu? Ich finde es ja eine bodenlose Frechheit...so werden es sich nicht alle leisten können (oder eher wollen) zu studieren. Mir würde es nämlich auch noch zusätzlichen Druck machen, extra früher fertig zu werden - und dann werden aber LVA nicht angeboten oder blöde Voraussetzungen hindern einem beim Weiterstudieren.

  2. #2

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    Schauen wir mal. Theoretisch gibt es ja jetzt auch Studiengebühren, nur sind halt 90% der Studierenden davon befreit. Letztendlich wird es auf die genaue Ausgestaltung des Gesetzes ankommen. Ich bin auch ein Gegner von Studiengebühren, da ich der Meinung bin, dass ein progressives Steuersystem wie in Österreich Akademiker sowieso überdurchschnittlich belastet (was natürlich in Ordnung ist), aber zusätzlich sollte man dann während der Ausbildung, wo man wenig Geld hat, nicht auch noch mehr belastet werden.

  3. #3
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    Im Wesentlichen sehe ich in den Plänen der neuen schwarz-blauen Regierung das Ziel, Personen aus sozial schwächeren Familien den Zugang zum Studium zu erschweren.

    Auf der einen Seite werden Studiengebühren eingeführt, die für viele Studenten bedeuten werden, (mehr) arbeiten zu müssen. Dadurch verlängert sich die Studiendauer.

    Auf der anderen Seite denkt man an eine Höchststudiendauer. Dadurch ist es nicht mehr möglich, das Studium arbeitsbedingt beliebig in die Länge zu ziehen.

    Beide Maßnahmen zusammen führen dann mitunter zu der Situation, dass ein Studium für bestimmte Personen gar nicht mehr möglich ist.

  4. #4

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    Darauf läuft es wohl hinaus. Allerdings gibt es ja diese Überlegung des Bildungsschecks im Regierungsprogramm, der offenbar für Leute mit min. 5-jährigem Aufenthalt in Österreich kommen soll. Theoretisch könnte also die Regelung ähnlich wie die jetztige ausgestaltet sein, dass der Bildungsscheck eben Mindesstudienzeit + 2 Toleranzsemester abdeckt. Das würde die ganze Maßnahme abfedern, wobei natürlich immer noch einige Fragen offen sind, wie z.B. der Wechsel des Studiums, ECTS-Grenzen, die implizite Diskriminierung von EU-Inländern, etc.

  5. #5
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    Nachdem bekanntlich weder der neue Herr Bundeskanzler noch sein Vize noch der Innenminister über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen, liegt nahe, dass sie sich gedacht haben könnten: "Wenn ich nicht Akademiker bin, dann soll es auch niemand anderer werden!"

    Das meine ich nicht einmal so im Scherz, wie es sich vielleicht anhören möchte. Im Hochintelligenzverein wurde es vor einigen Jahren verboten, dass die akademischen Titel von Mitgliedern in der Vereinszeitschrift angeführt werden dürfen. Begründung: Ein bestimmtes Vorstandsmitglied hat keinen akademischen Titel, "und deswegen braucht auch niemand anderer einen akademischen Titel zu haben".

    Wir leben in einer Neidgesellschaft, und der Neid gegenüber Akademikern ist besonders groß. Ich kann ein Lied davon singen, wie oft ich während meiner Studienzeit von Bekannten, die nicht studiert haben, aufgefordert worden bin, ich möge doch endlich mein Studium abbrechen und "hackeln" gehen!

    Die Nichtakademiker, die ich kenne, erlauben sich teilweise Dinge, das packe ich einfach nicht. Wo sind die Zeiten geblieben, als man als Akademiker eine Respektperson war und mit dem Titel angeredet wurde? Zumindest in den Vereinen, in denen ich aktiv war, hat sich die Welt gedreht. Unglaublich. Das kommt wohl von der Gutmütigkeit und falsch verstandenen Toleranz mancher Akademiker gegenüber Nichtakademikern, welche eben nicht erwidert wird.

  6. #6
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    Quote Originally Posted by Paulchen View Post
    Auf der einen Seite werden Studiengebühren eingeführt, die für viele Studenten bedeuten werden, (mehr) arbeiten zu müssen. Dadurch verlängert sich die Studiendauer.
    Um das nochmals herauszustreichen: Damit wiederum erhöht sich die Dauer für gezahlt werden muss nochmals. Als arbeitender Student potenziert sich das also: Ein Semester mehr, weil man jetzt mehr Stunden arbeiten muss um sich Leben und Studiengebühren leisten zu können = 1-2 Semester mehr = 500-1000 Euro weniger.

    Und nicht nur dass sich die Studiendauer erhöht, auch dass die Studiengebühren erst ab dem dritten Semester zu zahlen sein sollen, verbreitert die Kluft noch. Wenn du als berufstätiger Student doppelt so lange für dein Bachelorstudium brauchst wie jemand, der sein Studium beispielsweise von seinen Eltern finanziert bekommt, und wir annehmen, dass derjenige wirklich zur Abwechslung in Mindeststudiendauer studiert (also nicht an der TU ) zahlst du nicht doppelt soviel. Du zahlst dreimal soviel wie jemand der keine Geldprobleme hat (6 - 3 = 3 Semester für den einen vs. 12 - 3 = 9 Semester für den anderen).

    Quote Originally Posted by Paulchen View Post
    Auf der anderen Seite denkt man an eine Höchststudiendauer. Dadurch ist es nicht mehr möglich, das Studium arbeitsbedingt beliebig in die Länge zu ziehen.
    Ein Punkt der mich doch sehr schockiert. Aber nur so verstehen diese armen Schlucker! Vielleicht beschließen sie ja doch endlich reich zu werden und sich endlich eine Eigentumswohnung zu kaufen? https://twitter.com/oevp/status/912409911115632641

    Quote Originally Posted by Luk@s View Post
    Allerdings gibt es ja diese Überlegung des Bildungsschecks im Regierungsprogramm, der offenbar für Leute mit min. 5-jährigem Aufenthalt in Österreich kommen soll. Theoretisch könnte also die Regelung ähnlich wie die jetztige ausgestaltet sein, dass der Bildungsscheck eben Mindesstudienzeit + 2 Toleranzsemester abdeckt. Das würde die ganze Maßnahme abfedern, wobei natürlich immer noch einige Fragen offen sind, wie z.B. der Wechsel des Studiums, ECTS-Grenzen, die implizite Diskriminierung von EU-Inländern, etc.
    Angeblich wird das ein leistungsorientierter Bildungsscheck (https://diepresse.com/home/innenpoli...t-Kompensation). Welche Leistung in welcher Höhe da erbracht werden soll bleibt offen. Gleichzeitig möchte man, dass "Leistungsstipendiensystem" (Anm.: Welches soll das sein? Da kocht ja jede Uni ihr eigenes Süppchen) ausgebaut werden (https://derstandard.at/2000070498226...e-wissenschaft).
    Inwiefern und ob das kommt ist halt auch als fraglich. Ich denke, da wird man sich überraschen lassen müssen.

    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Nachdem bekanntlich weder der neue Herr Bundeskanzler noch sein Vize noch der Innenminister über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen, liegt nahe, dass sie sich gedacht haben könnten: "Wenn ich nicht Akademiker bin, dann soll es auch niemand anderer werden!"
    Ich glaube denen ist mehr daran gelegen die Bevölkerung möglichst ungebildet zu lassen.

    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Ich kann ein Lied davon singen, wie oft ich während meiner Studienzeit von Bekannten, die nicht studiert haben, aufgefordert worden bin, ich möge doch endlich mein Studium abbrechen und "hackeln" gehen!
    Naja, es wird ja auch aktiv das Feindbild des (Bummel-)Studenten geschürt, der eine Stunde am Tag was macht und sonst gratis vom Geld der hart arbeitenden Bevölkerung in Saus und Braus lebt. Und nach Studienabschluss dann auch noch 2,3,4,5-mal soviel verdient wie man selbst (dass der/die dann auch 3,4,5,6 Mal so viele Steuern einbezahlt verschweigen wir mal lieber). Wenn man eines aus der Geschichte gelernt hat, dann dass es immer gut ist, ein paar Minderheitengruppen als Feindbilder parat zu haben gegen die man die Mehrheit hetzen kann um von sich selbst abzulenken.

    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Wo sind die Zeiten geblieben, als man als Akademiker eine Respektperson war und mit dem Titel angeredet wurde? [..] Unglaublich. Das kommt wohl von der Gutmütigkeit und falsch verstandenen Toleranz mancher Akademiker gegenüber Nichtakademikern, welche eben nicht erwidert wird.
    Ganz ehrlich, das möchte ich auch nicht und fände das auch ziemlich überheblich. Es ist meine Entscheidung zu studieren und das Studium ist für mich ein Bildungsweg wie jeder andere auch. Ich möchte eigentlich nur mit dem Respekt und der Höflichkeit behandelt werden, wie sie auch jedem anderen zuteil werden sollte (egal welchen Ausbildungsweges) und nicht als "faules Pack", "Parasit" o.ä. tituliert werden.
    Last edited by emptyvi; 20-12-2017 at 00:52.

    ¤¸¸.´¯`¸¸...>> Join the herd, join "My Little Pony @ TU-Wien" <<...¸¸´¯`.¸¸¤
    ¤¸¸.´¯`¸¸...>> (100% Twilight Sparkle approved) <<...¸¸´¯`.¸¸¤

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  8. #7

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    Das sehe ich auch so, und ganz ehrlich das finde ich auch alles zu klischeehaft, man kann ja auch nicht alle Studierende über einen Kamm scheren, das ist es ja immer, alles soll nur pauschalisiert werden, aber man muss eben auch genauer hinsehen. Ich sag nur die meisten Studis die ich kenne, arbeiten fast alle.

  9. #8
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    Weil emptyvi das Stichwort "Bummelstudent" und das Thema "Wie sehen andere Menschen Studenten" gebracht hat:

    Ich möchte dazu sagen, dass ich im Hochintelligenzverein, dem ich im zweiten Semester meines Studiums beigetreten bin und den ich erst nach meiner Promotion verlassen habe, immer wieder angefeindet worden bin, weil ich Student war. Schlicht und ergreifend, weil ich Student war. Nicht etwa, weil ich für mein Studium zu lange gebraucht hätte, sondern, weil ich überhaupt studiert habe.

    Ich war einigen Leuten in diesem Verein aus dreierlei Gründen unsympathisch:
    1. Ich lerne relativ leicht,
    2. ich lerne gerne,
    3. ich mache etwas aus dieser Begabung und lerne viel.

    Das alleine hat schon genügt, dass ich von ihnen als Feind betrachtet wurde.

    Pervers nur, dass das in einem Hochintelligenzverein geschah, obwohl Intelligenztests eigentlich dazu da sind zu prognostizieren, wer sich beim Lernen in der Schule und im Studium leicht tun wird und wer es schwerer haben wird. Wenn diese Tests einwandfrei wären, hätten eigentlich alle Vereinsmitglieder (ungefähr) so sein müssen wie ich. Da schwant mir Übles, wenn ich versuche, meine Erfahrungen auf die "Normalbevölkerung" zu extrapolieren.

    Ich hatte einen Freund, der zwar nicht Mitglied im Verein war, aber als Gast regelmäßig die Vereinstreffen besuchte. Er war habilitierter Mediziner und Pharmazeut. Mit ihm habe ich mich blendend verstanden, und er war entsetzt, wie mich die anderen Vereinsmitglieder behandelt haben. "Sie behandeln dich, als ob sie Normalbegabte wären", hat er einmal gesagt.

    Im Prinzip war er später auch mein Arbeitgeber, weil ich unter seiner Leitung wissenschaftlich gearbeitet habe. (Das war zwar eine nichtkommerzielle, unbezahlte Tätigkeit, aber trotzdem kann man sagen, dass er mein Arbeitgeber war.) Man glaubt es kaum: Ein Vorstands-Mitglied des Hochintelligenzvereins hat sich dann die Chuzpe erlaubt, ihn zu kontaktieren, mit der Absicht, seine Meinung über mich (in negativem Sinne) zu beeinflussen. Unglaublich, dass jemand so frech ist, so etwas zu tun - wobei ich damals noch zahlendes Vereinsmitglied war. Mir persönlich würde es nicht im Traum einfallen, irgend etwas zu tun, das einzig und allein den Zweck hat, einem anderen Menschen zu schaden. Zum Glück war er nicht nur mein Arbeitgeber, sondern auch mein Freund, und hat sich deswegen nicht beeindrucken lassen.

    Ich bin kein schlechter Mensch. Ich habe mich diesen Leuten gegenüber nie unfair verhalten. Ich habe nie jemanden persönlich attackiert oder drangsaliert. Was die Leute gestört hat, war schlicht und ergreifend, dass ich studiert habe. "Wenn du 18 bist, musst du nichts mehr lernen", war das Motto eines Vorstandsmitglieds des Vereins. Sie alle wollten mich dazu bewegen, dass ich mein Studium abbreche und endlich eine nichtakademische Arbeitsstelle annehme, für die eine niedrige Qualifikation reicht. Sobald ich dann meine beiden Studien abgeschlossen habe, wurden sie meiner Person gegenüber noch garstiger.

    Diese Erfahrungen haben nicht eben dazu beigetragen, dass ich eine positive Meinung über die Menschheit entwickelt hätte.

  10. #9
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    Mir ist völlig schleierhaft wie ihr alle gegen diese neue Regierung, wahrscheinlich die beste aller Zeiten, hetzen könnt!

    So ein Undank gegenüber unserem glorreichen Kanzler, der trotz widrigster Umstände - nur mit Maturazeugnis in der Hand und hinterm Steuer des Geilomobils - ganz alleine die Balkanroute geschlossen hat.

    Der Integrationsminister der Herzen, dem Integration ein wahres Anliegen war, der es nur nicht gegen die Klauen der pösen Linken geschafft hat und der einzig und alleine deshalb... nun ja, versagt hat, dem es dann aber gelang in einem gloriösen Wahlkampf die Stimmen des Volkes hinter sich zu einen!

    Ihr seid ja alle nur neidisch!
    “Fantasy is hardly an escape from reality. It's a way of understanding it.” - Lloyd Alexander

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  12. #10
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    Quote Originally Posted by goali View Post
    Tja, wie es aussieht, kann man ab September mit neuen Studiengebühren in der Höhe von rund 500€ rechnen? Was sagt ihr dazu? Ich finde es ja eine bodenlose Frechheit...so werden es sich nicht alle leisten können (oder eher wollen) zu studieren. Mir würde es nämlich auch noch zusätzlichen Druck machen, extra früher fertig zu werden - und dann werden aber LVA nicht angeboten oder blöde Voraussetzungen hindern einem beim Weiterstudieren.
    Meine grosse Hoffnung ist, dass sie es nicht schaffen bis September eine EU und Verfassungskonforme Regelung zu finden.

  13. #11

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    Quote Originally Posted by emptyvi View Post
    Naja, es wird ja auch aktiv das Feindbild des (Bummel-)Studenten geschürt, der eine Stunde am Tag was macht und sonst gratis vom Geld der hart arbeitenden Bevölkerung in Saus und Braus lebt. Und nach Studienabschluss dann auch noch 2,3,4,5-mal soviel verdient wie man selbst (dass der/die dann auch 3,4,5,6 Mal so viele Steuern einbezahlt verschweigen wir mal lieber). Wenn man eines aus der Geschichte gelernt hat, dann dass es immer gut ist, ein paar Minderheitengruppen als Feindbilder parat zu haben gegen die man die Mehrheit hetzen kann um von sich selbst abzulenken.
    This. Leider.
    Nur Party auf Kosten des Staates und danach unverdient ein hohes Gehalt. Und alle aus reichem Hause blabla. Also wird auch noch eine Akademikersteuer von vielen gefordert.
    Dass gerade früher im Prinzip ein Studium für jeden möglich war aber die Leute halt doch lieber saufen gingen statt am Wochenende Mathe-Übungen zu machen oder programmieren, wird uns halt jetzt angelastet. Und die Zustände in denen viele Studenten hausen, sich täglich von Clever-nudeln ernähren , um ihrer Leidenschaft nachzugehen... naja, das sieht halt keiner.

    Als ich mit dem Studium fertig wurde, hatten viele meiner HTL-Kollegen schon Familie und waren am Hausbau.

    Und wie dünn die Luft im höherqualifizierten Stellenmarkt wird ist auch... anders. Dass fast alle die ich kenne All-in oder Überstundenpauschalen haben, nahezu rund um die Uhr und im Urlaub erreichbar sind, am Wochenende papers schreiben oder auf Konferenzen rumturnen, sich permanent in der Freizeit fortbilden etc. - das sieht auch keiner. Developer sollten sowieso nach ihrem regulären Job am besten noch jedes WE zum Linux Kernel contributen, Github streaks aufrechterhalten und sich apidocs am Klo reinziehen.
    Für meine Bekannten in "normalen" Bürojobs ist es normal, nach der Arbeit zu fixen Zeiten heimzugehen, abzuschalten und jede Überstunde bezahlt zu bekommen - am Sonntag gleich mal doppelt. Und was da dann noch mit Pfuscherei dazuverdient wird, geht sowieso auf keine Kuhhaut. In der Freizeit ein Buch zum Thema ihrer Arbeit anrühren würde sowieso keiner.

    So, genug ranting von mir. Am handy sowieso sauzach

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  15. #12
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    Mir fällt dazu immer wieder das Lied "Sei Wachsam" von Reinhard Mey ein, besonders die eine Stelle:

    Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
    „Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm!"
    Die FPÖ/ÖVP Regierung möchte dafür halt nicht mehr auf Bischöfe angewiesen sein, sondern sich die Leute direkt dumm halten.


    Österreich zählt, möchte man bestimmten Studien glauben - der Suderant in mir zweifelt, rein des Zweifelns wegen, natürlich - ist (bzw. zukünftig vielleicht "war") Österreich eines der lebenswertesten Länder der Welt.

    Was die Leute meines Erachtens nach gerne vergessen, liegt das eben daran, dass wir einen tollen Sozialstaat haben (mit, teils eklatanten, Mängeln! das bestreite ich keinesfalls!).

    Und der ist den (Groß)Wirtschaftshörigen Parteien ÖVP/FPÖ naturgemäß ein Dorn im Auge. Kann ja nicht angehen, dass die Leibeigenen nicht mehr leibeigen sind.

    Sorry, bisschen überspitzt formuliert.

    Was mir sauer aufstößt ist, ist die überaus deutlich werdende Schizophrenie des Wahlvolks. Um gegen das neue Feindbild (Asylwerber) und das alte (Ausländer) vorzugehen, wird von Zusammenhalt palavert und "Österreich zuerst skandiert" und dann wird, als eine der ersten Maßnahmen, von Parteien die immer für das Gegenteil stimmen, von dem sie ihren Wählern immer vorlügen ...

    Randnotiz: Wieso bringen Standard und Co. das eigentlich nicht jedes verdammte mal als Schlagzeile? "{Partei X} verspricht gegen XY zu stimmen, stimmt unisono mit Ja!" - Würde ich bei JEDER Partei machen! Lügen lohnt in Österreich viel zu sehr!

    und am Ende will's dann wieder keiner gewesen sein.

    Die Frage ist, ob die Wähler dieser Parteien aus den Reihen der bedürftigen Inländer aufwachen werden, oder man ihnen das Ganze wieder als "Na ja, wir mussten die Mindestsicherung für alle kürzen, weil wir ja die pösen Asylschmarotzer erwischen wollten und die pöse EU lässt uns das nicht nur für diese tun..." (oder irgendeine andere bescheuerte Erklärung) verkaufen kann.

    Falls ja, verliere ich meinen Glauben in die Demokratie endgültig.
    Last edited by Vendredi; 29-12-2017 at 11:53.
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  16. #13
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    Quote Originally Posted by Vendredi View Post
    Randnotiz: Wieso bringen Standard und Co. das eigentlich nicht jedes verdammte mal als Schlagzeile? "{Partei X} verspricht gegen XY zu stimmen, stimmt unisono mit Ja!" - Würde ich bei JEDER Partei machen! Lügen lohnt in Österreich viel zu sehr!
    Der Standard erreicht leider die Leute nicht, die mit solchen Schlagzeilen angesprochen werden müssten. Der ist ja ein linksversifftes Gutmenschenblatt. Im Übrigen schreibt der Standard über solche Dinge, aber halt nicht wahnsinnig plakativ, siehe zum Beispiel hier: http://derstandard.at/2000071029819/...rasch-umsetzen

    Kronen Zeitung, Heute und Österreich sind für solche Dinge aber halt nicht die richtigen Medien.

  17. #14
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    Quote Originally Posted by Vendredi View Post
    Falls ja, verliere ich meinen Glauben in die Demokratie endgültig.
    Die Demokratie war es auch, die einen Hitler an die Macht gebracht hat.

    Godwin, ich weiß.

  18. #15

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    ich frage mich halt, wie man bitte dann auch noch währenddessen Berufserfahrung durch Praktika sammeln soll...oder Auslandssemester...im Ausland macht man ja nie so viele Kurse, wie hier...da möchte man einfach das Leben genießen, geschweige denn gibt es meist kaum so viele anrechenbare Kurse...manche Studiengänge dürften es da wirklich schwierig haben. Ein Studium ist ja nicht nur da, um schnell einen Abschluss zu erlangen...sondern ein stetiger Lernprozess...nur weil jemand 6 Semester statt 12 braucht, heißt das nicht, dass derjenige besser ist...

  19. #16
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    Quote Originally Posted by goali View Post
    ich frage mich halt, wie man bitte dann auch noch währenddessen Berufserfahrung durch Praktika sammeln soll...oder Auslandssemester...im Ausland macht man ja nie so viele Kurse, wie hier...da möchte man einfach das Leben genießen, geschweige denn gibt es meist kaum so viele anrechenbare Kurse...manche Studiengänge dürften es da wirklich schwierig haben. Ein Studium ist ja nicht nur da, um schnell einen Abschluss zu erlangen...sondern ein stetiger Lernprozess...nur weil jemand 6 Semester statt 12 braucht, heißt das nicht, dass derjenige besser ist...
    Ich habe mir jahrelang darüber Gedanken gemacht, warum manche Firmen Studenten, die "schnell" studiert haben, bevorzugen, und keine schlüssige Antwort gefunden. Ich glaube, das ist einfach ideologisch bedingt. Sie glauben, dass Studenten, die "schnell" studieren, intelligenter, zielstrebiger, leistungsorientierter, ... wären. Manche Firmen wollen offenbar auch in erster Linie möglichst junge Mitarbeiter einstellen. Dass aber viele, die "schnell" studiert haben, logischerweise weniger Praxiserfahrung haben als solche, die länger gebraucht haben, weil sie nebenbei gearbeitet haben, wird dabei nicht berücksichtigt.

  20. #17
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    Grundsätzlich sehen wir hier die Dinge wohl anders als anderswo. Ich meine, dass man für sich selbst studiert und Erfahrungen sammeln möchte, das wird in anderen sozialen Gefilden bereits als bummeln betrachtet.

    Wie schon erwähnt wurde, ist das Bild des auf Staatskosten party-machenden (Bummel)Studenten einfach (zu) weit verbreitet.

    Dazu kommt dann sicherlich noch Neid. "Der Sohn/die Tocher von X studiert... ich selber/meine(r) bin/ist jedoch zu faul/blöd dafür bzw. hatte nie die Chance... das kann also nicht angehen, dass die da studieren!"

    Und natürlich "Mit dem Alter hab ich schon gehackelt!" (Ja und mit 48 dann in (Früh)Pension - bei voller Lohnweiterzahlung versteht sich - "Ja grüß Sie, Herr Nachbar! Wie is es so, 30 Jahre in der Pension, bis heute? Schmarotzer, elender! Wie, des gfoid da net? Is owa so, aus Sicht der Finanzen! Und wie woa des domois, im Werk, wenns Nachtschicht gab und jeda is einfach heim gangen, weil der Vorarbeiter gsagt hat 'Jetzt schleichts eich ham, 10 Minuten vor Schichtende sads wieder do!' und dann ham alle brav das Handerl aufghalten. Owa heite gegen die Auslända hetzen, net woah?")

    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Dass aber viele, die "schnell" studiert haben, logischerweise weniger Praxiserfahrung haben als solche, die länger gebraucht haben, weil sie nebenbei gearbeitet haben, wird dabei nicht berücksichtigt.
    Das wiederum sehe ich den letzten Jahren und insbesondere in Österreich überhaupt nicht. Fast immer ist Praxiserfahrung (neben Softskills) wichtiger als ein Studienabschluss.
    Früher, ja, da war das anders. Aber heute sind selbst die Moloche unter den Arbeitgebern trotz Verwaltungsoverhead³ eher davon weggekommen, nach solchen Merkmalen einzustellen. Zumindest meiner Erfahrung nach (also nach Rekrutern/Firmen die sich bei mir melden und Freunden/Bekannten)

    Aber gut, vielleicht bin ich diesbezüglich auch einfach nicht im richtigen (Spezial)Feld unterwegs (und auf manche Firmen trifft die Aussage sicherlich noch zu )
    Last edited by Vendredi; 31-12-2017 at 12:15.
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  21. #18

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    Naja klaro und meistens resultiert dass dann darin dass man irgendwelche Praktika machen muss, wo man erstens eh nicht lernt aber denn auch ehrlich gesagt auch nichts bezahlt bekommt - mhm was für ein tolles System, das geht so auf gar keinen Fall. Aber nun ja, das sind eben die Realitäten in welchen wir uns denn bewegen, der Arbeitsmarkt ist heute wirklich anders als noch Jahre zuvor und auch sehr stark umkämpft.

  22. #19
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    Quote Originally Posted by dotta View Post
    Naja klaro und meistens resultiert dass dann darin dass man irgendwelche Praktika machen muss, wo man erstens eh nicht lernt aber denn auch ehrlich gesagt auch nichts bezahlt bekommt - mhm was für ein tolles System, das geht so auf gar keinen Fall. Aber nun ja, das sind eben die Realitäten in welchen wir uns denn bewegen, der Arbeitsmarkt ist heute wirklich anders als noch Jahre zuvor und auch sehr stark umkämpft.
    Und wieso hat sich der Arbeitsmarkt so entwickelt, obwohl in den letzten 11 Jahren eine "sozialdemokratische" Partei an der Macht war, welche die Interessen der Arbeitnehmer vertreten sollte?

  23. #20
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    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Und wieso hat sich der Arbeitsmarkt so entwickelt, obwohl in den letzten 11 Jahren eine "sozialdemokratische" Partei an der Macht war, welche die Interessen der Arbeitnehmer vertreten sollte?
    Unter anderem wohl deshalb weil die letzten 30 Jahre (!) durchgehend eine schwarz-türkise Partei an der Macht war, die die Interessen der Arbeitnehmer nicht allzu ernst nimmt, da sie nicht ihre Kernwählerschaft stellt.

    (Was nicht heißen soll, dass die SPÖ ohne Fehler wäre, ganz und gar nicht. Und ja, ist vielleicht ein bisschen "Whataboutism" )
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  24. #21

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    Ich habe halt mal in einer Doku gesehen, dass eine 23-jährige mit Master Abschluss in BWL (glaube sogar in Großbritannien oder USA abgeschlossen oder Auslandssemester) über 6 Monate nach einem Arbeitsplatz gesucht hat, weil sie keine Praktika oder so absolviert hatte. Und jetzt wird sie für Praktika nicht mehr genommen, weil sie schon zu fortgeschritten ist...da ist man dann irgendwie in einer Sackgasse gefangen...ich glaube, dass es so einigen ergehen wird, wenn wieder Studiengebühren eingeführt werden...ich möchte auch keine 500€ zahlen, wenn ich dann sowieso nur ein Praktikum mache und nur 2 Kurse absolviere..

  25. #22
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    Quote Originally Posted by goali View Post
    Ich habe halt mal in einer Doku gesehen, dass eine 23-jährige mit Master Abschluss in BWL (glaube sogar in Großbritannien oder USA abgeschlossen oder Auslandssemester) über 6 Monate nach einem Arbeitsplatz gesucht hat, weil sie keine Praktika oder so absolviert hatte. Und jetzt wird sie für Praktika nicht mehr genommen, weil sie schon zu fortgeschritten ist...da ist man dann irgendwie in einer Sackgasse gefangen...ich glaube, dass es so einigen ergehen wird, wenn wieder Studiengebühren eingeführt werden...ich möchte auch keine 500€ zahlen, wenn ich dann sowieso nur ein Praktikum mache und nur 2 Kurse absolviere..
    1. Solche Einzelfälle wird´s immer geben.

    Da kommt´s halt auf viele Faktoren an, zum Beispiel: "Wo genau war das?", "Auf welche Stellen hat sie sich beworben?"

    2. Ich hab vor und während meines Studiums nicht gearbeitet. Ein (unbezahltes) Praktikum kam für mich nie in Frage.

    Nach meinem Abschluss (nur BSc.) hab ich genau 1 Bewerbung geschrieben.
    Und ich bin sicher kein Überflieger und Vitamin B hatte ich auch nicht zur Hand.

    Was ich damit sagen will: Ja, es wird Probleme geben, aber ich bezweifle, dass die von euch angesprochenen Informatik-Studenten/Absolventen auf absehbare Zeit treffen werden.
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  26. #23
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    Quote Originally Posted by goali View Post
    Ich habe halt mal in einer Doku gesehen, dass eine 23-jährige mit Master Abschluss in BWL (glaube sogar in Großbritannien oder USA abgeschlossen oder Auslandssemester) über 6 Monate nach einem Arbeitsplatz gesucht hat, weil sie keine Praktika oder so absolviert hatte. Und jetzt wird sie für Praktika nicht mehr genommen, weil sie schon zu fortgeschritten ist...da ist man dann irgendwie in einer Sackgasse gefangen...ich glaube, dass es so einigen ergehen wird, wenn wieder Studiengebühren eingeführt werden...ich möchte auch keine 500€ zahlen, wenn ich dann sowieso nur ein Praktikum mache und nur 2 Kurse absolviere..
    BWL ist halt auch der Ausreißer, wenn es um arbeitslose Akademiker geht: https://diepresse.com/home/wirtschaf...nd-Psychologie

  27. #24
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    Eine Bekannte von mir hat an der Uni Wien Informatik mit Auszeichnung abgeschlossen (Master) und danach 8 Monate gesucht, bis sie ihren ersten Job gefunden hat.

    Vermutlich hat sie deswegen so lange gesucht, weil sie eine Frau ist und man weiblichen Informatikern nach wie vor wenig zutraut (natürlich zu Unrecht).

  28. #25

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    BWL hat jeder 2. Student, das darf man einfach nicht zählen lassen. Aber das die Bekannte solange eine Arbeit gesucht hat, das ist schon ein hartes Stück.

  29. #26
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    Dazu hätte ich sehr gerne verifizierbare, aussagekräftige, größere Datenmengen um herauszufinden ob das ein Einzelfall oder Gang und Gebe ist.

    In meinem näheren Umfeld hat beispielsweise niemand mit Informatik-Hintergrund (egal ob Männlein oder Weiblein, egal welche Uni) so lange gesucht... sind die jetzt alle glückliche Ausreißer oder ist die Bekanntschaft von Adok ein unglücklicher solcher?
    Last edited by Vendredi; 05-01-2018 at 16:52.
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  30. #27
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    Wie wäre es mit einem Poll? ("Wie lange warst du nach deinem Studienabschluss auf Jobsuche, bis du die erste Anstellung gefunden hast?")

  31. #28
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    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Wie wäre es mit einem Poll? ("Wie lange warst du nach deinem Studienabschluss auf Jobsuche, bis du die erste Anstellung gefunden hast?")
    Ich meinte eher wirklich quantifizierbare Daten. Die meisten der Leute, die ich meine, sind afaik nicht im Informatik-Forum aktiv.

    Nur müsste man wohl differenzieren. Wonach hast du gesucht (ist das ein sehr spezielles Feld?), welche Ansprüche hast du gestellt, WO hast du gesucht (also sowohl, wo fand deine Suche statt, als auch welches Einzugsgebiet kam für dich in Frage) etc.

    Ich mein, wenn ich völlig überzogene Gehaltsvorstellungen oder dergleichen habe und deshalb ewig suche, dann ist das was anderes, als wenn ich quasi jeden Job nehmen würde, aber es einfach keinen gab. (jetzt mal leicht überspitzt formuliert und auf keine Person gemünzt - ich kenne ja keine der - nicht von mir - erwähnten Personen und erlaube mir daher keinerlei Urteil. Mir war es nur ein Bedürfnis darauf hinzuweisen, dass es durchaus zwei Seiten bei der Jobsuche gibt und eine Menge mehr Faktoren involviert sind.)

    Aber ja, spricht ja nichts dagegen, mal eine einfache Umfrage zu starten.
    Last edited by Vendredi; 05-01-2018 at 17:58.
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  32. #29
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    Quote Originally Posted by Vendredi View Post
    Aber ja, spricht ja nichts dagegen, mal eine einfache Umfrage zu starten.
    Dann mach' mal.

    Es ist besser, Daten zu haben, die es zumindest erlauben, Hypothesen anzustellen, welche man später genauer untersuchen kann, als gar keine Daten zu haben.

  33. #30

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    Hmm, also als Frau hat man natürlich tatsächlich mit einigen Hindernissen zu rechnen. Das Kompetenzthema ist ja nur eines. Dann natürlich das "die stelle ich ein und sie wird schwanger" bis hin zu "Frauen stören die Harmonie im Team" (erst vor ein paar Tagen wieder einen im Standard gesehen der meinte, er stellt prinzipiell keine Frauen ein).
    Persönlich kenne ich aber auch ein paar Männer die länger gesucht haben. Allerdings ziehen sich bei manchen Firmen ja die Bewerbungsprozeduren allein schon über Monate.

    Und inzwischen scheinen sich auch auf exotische Stellen sehr viele Leute zu bewerben. Selbst bei kleinen startups, die nix zahlen können, erlebe ich dass sich schnell mal 3 Promovierte Physiker als Data Scientists bewerben. Oder für sehr spezielle Bereiche dann Leute aus Russland, Estland oder Rumänien und die halt dann herziehen. Bei LinkedIn sieht man bei den meisten jobangeboten zu reguläreren dev jobs um die 50 Bewerber (in Wien, am Land oft kaum wer). Und das nur die Bewerbungen über LinkedIn.

    Persönlich habe ich nach dem Master auch nur 2 geschrieben und beide wären was geworden.
    Nach dem Doktorat jedoch sah es sehr anders aus, mit anderen Gehaltsvorstellungen und ich wollte anfangs für ein paar Monate Teilzeit arbeiten wegen der Geburt meiner Tochter. Das hat doch etliche Absagen produziert. Das Thema Doktorat war auch etwas schwierig. Trotz etlicher Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung auch etliche sofortige Absagen auf den CV (selbst bei echt.. naja.. Jobs und Firmen), bzw. keine Antwort.
    Bewerbungsprozeduren waren auch um einiges zacher als 10 Jahre früher. Habe selbst einige abgebrochen als der Aufwand dann einfach zu hoch wurde (war ja noch in meinem alten Job). Beispielsweise mit ein-wöchigen Testprojekten im Team (unbezahlt), wo dann offensichtlich aus hunderten Bewerbern ein paar dutzend teams zusammengestellt wurden.
    Oder der catalysts-schmarrn mit dem "macht mal bei unserem hackathon mit dann schauma mal".

    Im Vergleich zu früher waren irgendwie auch viel mehr Fragen zu meiner Freizeit dabei - im Sinne von "programmierst da eh? Hast was auf Github?"

    Naja, in Summe geht es uns aber doch recht gut. Kenne WUler, die über ein Jahr gesucht haben, Psychologen die sich jahrelang durch nahezu unbezahlte Praktika hangeln etc.

  34. #31
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    Beruflich bin ich im Bereich Computational Physics tätig. Ein Vorgänger von mir war promovierter Physiker und hat den Job hingeschmissen, weil er ihn überfordert hat! Nun halte ich die Firma seit fast dreieinhalb Jahren ohne größere Probleme im Gang. Das gibt mir wenigstens die Bestätigung, dass ich gut bin.

  35. #32

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    Ich bin auch schon gespannt, wie das mit den Studiengebühren werden wird. Ich müsste jetzt eigentlich schon zahlen, bin bislang aber wegen Berufstätigkeit von den Studiengebühren befreit. Mein Beruf macht mir, abgesehen davon, dass ich damit meinen Lebensunterhalt bestreite, Spaß und ich kann und werde ihn nicht an den Nagel hängen. Das heißt aber, dass ich dadurch, dass ich insgesamt länger studiere, insgesamt auch mehr zahlen darf :-/ Ich hoffe, es läuft für mich nicht auf entweder studieren oder arbeiten raus. Will keins von beidem aufgeben.

  36. #33

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    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Eine Bekannte von mir hat an der Uni Wien Informatik mit Auszeichnung abgeschlossen (Master) und danach 8 Monate gesucht, bis sie ihren ersten Job gefunden hat.

    Vermutlich hat sie deswegen so lange gesucht, weil sie eine Frau ist und man weiblichen Informatikern nach wie vor wenig zutraut (natürlich zu Unrecht).
    ok, das ist dann wieder eine andere Diskussion...aber echt unglaublich, wie sehr das heutzutage noch verbreitet ist...finde ich eigentlich eine Frechheit... und dann kommen Firmen mit "hohem" Frauenanteil und rühmen sich damit und dann sind die Frauen aber hauptsächlich in irgendwelchen niedrigen, unwichtigen Positionen vertreten - und dann bezeichnet man sich als frauenfreundlich...oder es werden Frauen dort eingestellt, wo sowieso schon hauptsächlich nur Frauen vertreten sind (und somit Männer diskriminiert werden…)

  37. #34

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    Quote Originally Posted by mtoman View Post
    Hmm, also als Frau hat man natürlich tatsächlich mit einigen Hindernissen zu rechnen. Das Kompetenzthema ist ja nur eines. Dann natürlich das "die stelle ich ein und sie wird schwanger" bis hin zu "Frauen stören die Harmonie im Team" (erst vor ein paar Tagen wieder einen im Standard gesehen der meinte, er stellt prinzipiell keine Frauen ein).
    meine letzte Firma hatte einige weibliche Devs.
    Gerade in der IT ist das überhaupt kein Problem, sind doch eh die meisten froh wenn zumindest 1-2 Frauen im Team sind. Und die werden in der Regel auch gut behandelt ;-)
    Hört euch mal um wie Frauen in der Küche oder beim Militär behandelt werden.

    Und inzwischen scheinen sich auch auf exotische Stellen sehr viele Leute zu bewerben. Selbst bei kleinen startups, die nix zahlen können, erlebe ich dass sich schnell mal 3 Promovierte Physiker als Data Scientists bewerben. Oder für sehr spezielle Bereiche dann Leute aus Russland, Estland oder Rumänien und die halt dann herziehen. Bei LinkedIn sieht man bei den meisten jobangeboten zu reguläreren dev jobs um die 50 Bewerber (in Wien, am Land oft kaum wer). Und das nur die Bewerbungen über LinkedIn.
    Wird keiner gezwungen in ein Start Up zu gehen. Mich hat das irgendwie noch nie gereizt, hab weder Lust auf Tischfussball noch auf gemeinsames Computerspielen in der Arbeit, noch halte ich viel von all den tollen englischen Berufsbezeichnung "Chief of XY". Mehr Schein als Sein. Die Arbeit soll Spaß machen, soll interessant sein, aber in erster Linie sollte sie auch brauchbar viel Geld abwerfen.

    DataSci finde ich ein interessantes Thema, allerdings finde ich die Jobangebote in Ö weniger spannend. Klingt oft eher danach, dass die Firmen einen Wahrsager suchen, dem sie einfach ihren ganzen Haufen Daten der sich in der Firmengeschichte angesammelt hat hinschmeißen und der den Managern dann sagt, was die richtige Strategie ist. Sowas gabs doch schon mal ... Könige haben ja auch ihre Astrologen (damals Astronomen) beschäftigt gehabt, um die Zukunft vorherzusagen.


    Persönlich habe ich nach dem Master auch nur 2 geschrieben und beide wären was geworden.
    kann ich bestätigen. Wenn man sich gezielt bewirbt (also keine Massenbewerbungen), dann klappt das schon.

    Das Thema Doktorat war auch etwas schwierig.
    Laufen halt auch viele FHer, HTLer und Quereinsteiger rum.
    Ich bin mal von einem HTL Absolventen gefragt worden, was man denn auf der Uni überhaupt in Informatik lernen kann. Weil programmieren lernt man eh in der HTL und soviel verschiedene andere Sprachen und Technologien gibts ja dann auch wieder nicht. Gerade solche Leute steigen aber dann oft auf zum Teamleiter, da sie ja durchaus programmieren können und gut mit Leuten umgehen können. Aber ein Vorstellungsgespräch könnte dann schwierig werden, wenn man erst mal erklären muss, das Informatik != Java und C#.
    Weiters gibt es ja wenige wirklich informatik-lastige Firmen in Österreich. Meist ist es ja irgendein C# + SQL + Java + GUI + Web CRM Bullshit. Dafür braucht man ja tatsächlich kein Studium.


    Beispielsweise mit ein-wöchigen Testprojekten im Team (unbezahlt), wo dann offensichtlich aus hunderten Bewerbern ein paar dutzend teams zusammengestellt wurden.
    Oder der catalysts-schmarrn mit dem "macht mal bei unserem hackathon mit dann schauma mal".
    gleiches wie bei den Start-Ups: einfach nicht bewerben. Und gratis Arbeiten geht schon mal garnicht. Da macht man sich mitverantwortlich für schlechte Löhne in der Branche.
    Und wenn mir jemand sagt, dass ich als TU Absolvent bei einem "Hackathon" (wtf?) mitmachen soll, so würde ich mich fürs Gespräch bedanken und heimgehen. Jeden Blödsinn muss man jetzt auch nicht mitmachen.


    Im Vergleich zu früher waren irgendwie auch viel mehr Fragen zu meiner Freizeit dabei - im Sinne von "programmierst da eh? Hast was auf Github?"
    damit wollen sie halt schauen, ob die Leute ein Mindestmaß an Interesse haben.
    Kenne von Erzählungen auch die Kehrseite: da bewerben sich Leute als "Experte für Sprache XY", und sind dann nicht in der Lage, in der Sprache einfachste (!) Algorithmen zu implementieren.
    Außerdem: auf github kann man schnell mal was hochladen, daran solls nicht scheitern. Oder einfach mal einen Bug fixen bei einem Open Source Projekt, schon steht der eigene Name in der Autorenliste. Alles nicht so schwer ;-)

    Quote Originally Posted by Vendredi
    In meinem näheren Umfeld hat beispielsweise niemand mit Informatik-Hintergrund (egal ob Männlein oder Weiblein, egal welche Uni) so lange gesucht... sind die jetzt alle glückliche Ausreißer oder ist die Bekanntschaft von Adok ein unglücklicher solcher?
    kann ich so unterschreiben. Allesamt gleich was gefunden, die Auswahl zwischen mehreren Angeboten gehabt und Lohn war auch ganz gut.


    Quote Originally Posted by goali
    ok, das ist dann wieder eine andere Diskussion...aber echt unglaublich, wie sehr das heutzutage noch verbreitet ist...finde ich eigentlich eine Frechheit... und dann kommen Firmen mit "hohem" Frauenanteil und rühmen sich damit und dann sind die Frauen aber hauptsächlich in irgendwelchen niedrigen, unwichtigen Positionen vertreten - und dann bezeichnet man sich als frauenfreundlich...oder es werden Frauen dort eingestellt, wo sowieso schon hauptsächlich nur Frauen vertreten sind (und somit Männer diskriminiert werden…)
    eine Firma ist nicht dazu da, besonders sozial zu sein oder sich für irgendwelche Frauenanteile einzusetzen. In erster Linie gehts um Geldverdienen. Wenn man sich das mal klarmacht, sieht man das etwas entspannter.
    Ansonsten kannst ja gerne eine Firma aufmachen und auf entsprechende Quoten achten. Viel Spaß beim Besetzen des 50% Frauenanteils, die musst nämlich erst mal finden, das ist nämlich meist das Problem in der Praxis.
    Last edited by stackoverflow; 11-01-2018 at 19:19.

  38. #35
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    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    DataSci finde ich ein interessantes Thema, allerdings finde ich die Jobangebote in Ö weniger spannend. Klingt oft eher danach, dass die Firmen einen Wahrsager suchen, dem sie einfach ihren ganzen Haufen Daten der sich in der Firmengeschichte angesammelt hat hinschmeißen und der den Managern dann sagt, was die richtige Strategie ist. Sowas gabs doch schon mal ... Könige haben ja auch ihre Astrologen (damals Astronomen) beschäftigt gehabt, um die Zukunft vorherzusagen.
    Kannst du dir vorstellen, was ein Data Scientist den ganzen Tag über macht? Ich kann es mir nicht vorstellen. Für mich klingt diese Tätigkeit trivial bzw. nach einem Job für ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Man muss doch nur einige Parameter tunen und dann das Programm laufen lassen. (Mein Wissen über Data Science stammt vornehmlich aus dem Kurs über Machine Learning von Andrew Ng auf Coursera. Ich habe vor einigen Jahren auch die VU Machine Learning an der TU Wien absolviert, doch der Kurs auf Coursera war umfassender.)

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Laufen halt auch viele FHer, HTLer und Quereinsteiger rum.
    Ich bin mal von einem HTL Absolventen gefragt worden, was man denn auf der Uni überhaupt in Informatik lernen kann. Weil programmieren lernt man eh in der HTL und soviel verschiedene andere Sprachen und Technologien gibts ja dann auch wieder nicht. Gerade solche Leute steigen aber dann oft auf zum Teamleiter, da sie ja durchaus programmieren können und gut mit Leuten umgehen können. Aber ein Vorstellungsgespräch könnte dann schwierig werden, wenn man erst mal erklären muss, das Informatik != Java und C#.
    Weiters gibt es ja wenige wirklich informatik-lastige Firmen in Österreich. Meist ist es ja irgendein C# + SQL + Java + GUI + Web CRM Bullshit. Dafür braucht man ja tatsächlich kein Studium.
    So ist es. Ich hätte nicht studieren müssen, um das Wissen und Können anzuhäufen, das ich in meinem Job brauche. Aber ohne den Titel "Diplom-Ingenieur" hätte ich diesen Job nicht bekommen. (Wie gesagt, war ein Vorgänger von mir sogar promovierter Physiker.)

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Und wenn mir jemand sagt, dass ich als TU Absolvent bei einem "Hackathon" (wtf?) mitmachen soll, so würde ich mich fürs Gespräch bedanken und heimgehen. Jeden Blödsinn muss man jetzt auch nicht mitmachen.
    Dieser "Hackathon" (Catalysts Coding Contest) ist aber nicht ohne! Glaub' mir, die Konkurrenz bei diesem Wettbewerb ist schon sehr hart! Es geht vor allem darum, innerhalb eines Zeitlimits möglichst viele Programme zu implementieren, die vorgegebene Aufgaben lösen. Ob diese Programme elegant sind, ist unwichtig. Effizienz spielt insofern eine Rolle, als man ja ein Zeitlimit hat. Aber es geht nicht um optimalen Programmcode, sondern darum, dass man möglichst schnell zu richtigen Ergebnissen kommt.
    Für einen TU-Absolventen mag es zwar kein Problem sein, entsprechende Programme zu schreiben. Das Problem ist aber das strenge Zeitlimit. Ich glaube, um in diesem Contest wirklich gut abzuschneiden, muss man über besonders viel praktische Programmiererfahrung verfügen. Kognitive Begabung allein bzw. die Fähigkeit, Algorithmen zu entwickeln, reichen nicht aus.

    Das erlaubt auch Rückschlüsse auf die berufliche Tätigkeit bei der Firma Catalysts: Offenbar wird dort erwartet, unter Zeitdruck möglichst viel funktionstüchtigen Code zu produzieren.

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Kenne von Erzählungen auch die Kehrseite: da bewerben sich Leute als "Experte für Sprache XY", und sind dann nicht in der Lage, in der Sprache einfachste (!) Algorithmen zu implementieren.
    Nun ja. Algorithmik ist etwas, was man auf der Uni lernt. Ich gebe dir aber Recht, dass ein HTL-Absolvent "mit Hirn" auch ohne die Kenntnisse aus dem Informatikstudium in der Lage sein sollte, eigene Algorithmen zu entwickeln. Implementieren sowieso.

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    eine Firma ist nicht dazu da, besonders sozial zu sein oder sich für irgendwelche Frauenanteile einzusetzen. In erster Linie gehts um Geldverdienen. Wenn man sich das mal klarmacht, sieht man das etwas entspannter.
    Ansonsten kannst ja gerne eine Firma aufmachen und auf entsprechende Quoten achten. Viel Spaß beim Besetzen des 50% Frauenanteils, die musst nämlich erst mal finden, das ist nämlich meist das Problem in der Praxis.
    In erster Linie wird man im Berufsleben danach beurteilt, was man der Firma bringt. Wenn man zeigt, dass man besonders "begabt" bzw. leistungsfähig ist, wird natürlich auch erwartet, dass man dem entsprechend mehr bzw. bessere Leistungen erbringt als der "durchschnittliche" Mitarbeiter. (Insofern mag es vielleicht taktisch klug sein, sich zunächst dümmer zu stellen, als man tatsächlich ist.)

    Aber ich denke, die meisten hier werden nicht mehr so naiv und weltfremd sein, dass ihnen das nicht ohnehin schon klar wäre.

  39. #36

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    Quote Originally Posted by Adok View Post
    So ist es. Ich hätte nicht studieren müssen, um das Wissen und Können anzuhäufen, das ich in meinem Job brauche. Aber ohne den Titel "Diplom-Ingenieur" hätte ich diesen Job nicht bekommen. (Wie gesagt, war ein Vorgänger von mir sogar promovierter Physiker.)
    darf man fragen, was du da konkret machst, sind das physikalische Simulationen in einem bestimmten Gebiet?
    Klingt ja erst mal eher kompliziert, und selbst da würde man ohne Studium durchkommen sagst du?

  40. #37
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    Es handelt sich um Spezial-Software zum Durchführen von komplexen physikalischen Simulationen (zwei- bis vierdimensional), zum Berechnen von physikalischen Größen auf Basis eines mit einem visuellen Editor eingegebenen Modells und zur Visualisierung der Ergebnisse.
    In ihrer Marktnische ist unsere Firma Weltmarktführer. Keines der Konkurrenzprodukte kann so viel wie unseres.

    Ich musste mich halt in die Materie einarbeiten. Aber das Wissen aus meinem sehr theorielastigen Informatik-Studium (ich habe mich ja auf Algorithmen, Formale Logik und Theoretische Informatik spezialisiert) hätte ich nicht gebraucht. Es genügte, dass ich mich mit C# auskenne.
    Ich habe auch kein Physik-Studium hinter mir und trotzdem keine Probleme gehabt, die Theorie dahinter zu verstehen und einige Rechen-Algorithmen selbst zu implementieren. Zugegeben: Den Löwenanteil des Programmteils, der die partiellen Differentialgleichungen mit einem Näherungsverfahren iterativ löst ("Solver"), hat ohnehin bereits der Firmengründer umgesetzt; ich habe in den letzten Jahren hauptsächlich zusätzliche Funktionen in das Programm eingebaut und unter anderem einen eigenen Mesh-Voxelizer für 3D-Modelle entwickelt, um im DXF- oder IFC-Format gespeicherte geometrische Daten importieren zu können, obwohl unser Programm als einzige geometrische Form nur den Quader kennt. (Ich habe diesen Voxelizer nicht nur implementiert, sondern den Algorithmus, auf dem er basiert, komplett selbst - "from scratch" - entwickelt.)
    In absehbarer Zeit werde ich aber nicht darum kommen, auch den "Solver" anzutasten und weiterzuentwickeln.

  41. #38

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    klingt spannend - und ist jedenfalls weit entfernt von dem typischen, österreichischen, "hochinnovativen" Business-SW Bullshit ;-)

  42. #39
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    Quote Originally Posted by mtoman View Post
    Im Vergleich zu früher waren irgendwie auch viel mehr Fragen zu meiner Freizeit dabei - im Sinne von "programmierst da eh? Hast was auf Github?"
    Ich weiß nicht wie die Frage genau formuliert wurde, aber wenn man als Antwort wirklich erwartet dass man als Hobby Programmieren hat, dann würde ich das schon eigenartig finden. Nicht weil sich ein Informatiker nicht dafür interessieren soll (soll er schon), sondern weil man das ab einem gewissen Lebensabschnitt nicht mehr als Hobby machen sollte sondern als Beruf. Wie viele andere hier habe ich in jüngeren Jahren ständig in der Freizeit irgendwelche Hobbyprojekte durchgeführt. Heute programmiere ich immer noch (teilweise entscheide ich auch was). Aber auch wenn ich das manchmal immer noch am Wochenende zu Hause mache und es auch Spaß macht, ist es doch keine Freizeitbeschäftigung mehr sobald mich jemand dafür bezahlt und auf Ergebnisse wartet. Als DI noch in der Freizeit programmieren klingt für mich eigentlich nicht gut, sondern eher im Gegenteil: man muss es in der Freizeit machen weil man es noch nicht geschafft hat es zum Beruf machen zu können.

  43. #40
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    Solche Jobausschreibungen sieht man eigentlich immer mal wieder.
    If you are on Github, let us know

    Falls vorhanden, freuen wir uns natürlich auch sehr über Links zu bisherigen Projekten oder deinem GitHub Profil.

    Ich habe einen GitHub-Account + Link dahin auch schon mal als Hardconstraint wo gesehen.

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  44. #41
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    Quote Originally Posted by Christoph R. View Post
    Ich weiß nicht wie die Frage genau formuliert wurde, aber wenn man als Antwort wirklich erwartet dass man als Hobby Programmieren hat, dann würde ich das schon eigenartig finden. Nicht weil sich ein Informatiker nicht dafür interessieren soll (soll er schon), sondern weil man das ab einem gewissen Lebensabschnitt nicht mehr als Hobby machen sollte sondern als Beruf. Wie viele andere hier habe ich in jüngeren Jahren ständig in der Freizeit irgendwelche Hobbyprojekte durchgeführt. Heute programmiere ich immer noch (teilweise entscheide ich auch was). Aber auch wenn ich das manchmal immer noch am Wochenende zu Hause mache und es auch Spaß macht, ist es doch keine Freizeitbeschäftigung mehr sobald mich jemand dafür bezahlt und auf Ergebnisse wartet. Als DI noch in der Freizeit programmieren klingt für mich eigentlich nicht gut, sondern eher im Gegenteil: man muss es in der Freizeit machen weil man es noch nicht geschafft hat es zum Beruf machen zu können.
    Es gibt auch Leute, die sowohl im Beruf als auch in ihrer Freizeit programmieren. Manche sind im Beruf unterfordert, weil sie dort nur einfache Sachen wie SQL oder JavaScript machen müssen, und toben sich in ihrer Freizeit aus. Ich verstehe aber, dass solche Leute eine berufliche Tätigkeit anstreben sollten, in denen sie ihr Potenzial verwirklichen könnten.

    Ich kenne aber auch Programmierer, die tagsüber Computerspiele entwickeln und abends dann Demos coden - beides sehr anspruchsvoll.

  45. #42

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    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    meine letzte Firma hatte einige weibliche Devs.
    Gerade in der IT ist das überhaupt kein Problem, sind doch eh die meisten froh wenn zumindest 1-2 Frauen im Team sind. Und die werden in der Regel auch gut behandelt ;-)
    Hört euch mal um wie Frauen in der Küche oder beim Militär behandelt werden.
    Das stimmt natürlich. Aber erstmal einen Job bekommen ist vermutlich dennoch bei etlichen Firmen eher schwierig.

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Wird keiner gezwungen in ein Start Up zu gehen. Mich hat das irgendwie noch nie gereizt, hab weder Lust auf Tischfussball noch auf gemeinsames Computerspielen in der Arbeit, noch halte ich viel von all den tollen englischen Berufsbezeichnung "Chief of XY". Mehr Schein als Sein. Die Arbeit soll Spaß machen, soll interessant sein, aber in erster Linie sollte sie auch brauchbar viel Geld abwerfen.
    Mit derartig "hippen" Startups hatte ich bisher eher auch nicht zu tun. Derzeit sitze ich bei https://vocalid.co/about auch eher vor allem mit älteren Generationen zusammen .
    Dennoch findet man gerade im Bereich Data Science/Machine Learning in Ö hauptsächlich Startups die was Gscheiteres machen, siehe:

    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    DataSci finde ich ein interessantes Thema, allerdings finde ich die Jobangebote in Ö weniger spannend. Klingt oft eher danach, dass die Firmen einen Wahrsager suchen, dem sie einfach ihren ganzen Haufen Daten der sich in der Firmengeschichte angesammelt hat hinschmeißen und der den Managern dann sagt, was die richtige Strategie ist. Sowas gabs doch schon mal ... Könige haben ja auch ihre Astrologen (damals Astronomen) beschäftigt gehabt, um die Zukunft vorherzusagen.
    Genau - die Jobausschreibungen für die meisten Data Science Jobs in Österreich sind halt "Excel, SAP, SAS, Statistik" und keine ConvNets, LSTMs oder graphical models .
    Und halt viel Data Warehousing.
    Entsprechend sind bei diesen Jobs eher Reports der Output und kein Produkt.


    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    Laufen halt auch viele FHer, HTLer und Quereinsteiger rum.
    Ich bin mal von einem HTL Absolventen gefragt worden, was man denn auf der Uni überhaupt in Informatik lernen kann. Weil programmieren lernt man eh in der HTL und soviel verschiedene andere Sprachen und Technologien gibts ja dann auch wieder nicht. Gerade solche Leute steigen aber dann oft auf zum Teamleiter, da sie ja durchaus programmieren können und gut mit Leuten umgehen können. Aber ein Vorstellungsgespräch könnte dann schwierig werden, wenn man erst mal erklären muss, das Informatik != Java und C#.
    Weiters gibt es ja wenige wirklich informatik-lastige Firmen in Österreich. Meist ist es ja irgendein C# + SQL + Java + GUI + Web CRM Bullshit. Dafür braucht man ja tatsächlich kein Studium.
    Ja, gebe ja zu dass ich nach der HTL auch dachte, ein Studium würde mir eh nix mehr bringen.
    Und Gleich und Gleich gesellt sich gerne.


    Quote Originally Posted by stackoverflow View Post
    damit wollen sie halt schauen, ob die Leute ein Mindestmaß an Interesse haben.
    Kenne von Erzählungen auch die Kehrseite: da bewerben sich Leute als "Experte für Sprache XY", und sind dann nicht in der Lage, in der Sprache einfachste (!) Algorithmen zu implementieren.
    Außerdem: auf github kann man schnell mal was hochladen, daran solls nicht scheitern. Oder einfach mal einen Bug fixen bei einem Open Source Projekt, schon steht der eigene Name in der Autorenliste. Alles nicht so schwer ;-)
    Ja, hab meinen Job auch durch ein Github-Projekt und bin insofern froh, dass ich meine Kollegen damals überredet habe, es open source zu stellen. Gleichzeitig ist es natürlich absurd, dass ein paar Spielereien dann plötzlich so wichtig werden.
    Ansonsten wurde ich schon ganz konkret gefragt, was ich mich in meiner Freizeit so programmiere, mit welchen Technologien beschäftige, etc.
    War aber auch eher startuppy ).


    Quote Originally Posted by Adok View Post
    Kannst du dir vorstellen, was ein Data Scientist den ganzen Tag über macht? Ich kann es mir nicht vorstellen. Für mich klingt diese Tätigkeit trivial bzw. nach einem Job für ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. Man muss doch nur einige Parameter tunen und dann das Programm laufen lassen. (Mein Wissen über Data Science stammt vornehmlich aus dem Kurs über Machine Learning von Andrew Ng auf Coursera. Ich habe vor einigen Jahren auch die VU Machine Learning an der TU Wien absolviert, doch der Kurs auf Coursera war umfassender.)
    Praktisch kommt Machine Learning in Ö für Data Scientists nur selten wirklich vor. Aber allgemein sagen die meisten, dass sie nur die wenigste Zeit tatsächlich mit dem Model verbringen. Die großen Brocken sind eher schon Planung der Experimente, Datenbedarf formulieren, Hypothesen formulieren, leider sehr viel Daten putzen und tausend edge cases behandeln etc.
    Genauso wie man halt als regulärer Developer schnell mal einen ganzen Tag mit Kleinkram verschwendet (bzw. allgemein 80/20 - der Prototyp ist schnell mal da...).

    In meinem Fall ist es nicht per se "Data Science" sondern "nur" Machine Learning, aber ich komme auch sehr wenig dazu, tatsächlich am Model zu drehen. Sehr viel Arbeit stecke ich (trotz deep learning) in data preprocessing/augmentation/selection etc. In der Realität ist halt ein Großteil der Daten Mist, also zusätzlich kann man dann z.B. schon eigene Modelle zum Daten cleanen oder Qualität bewerten trainieren. Oder post-processing, oder separate autoencoder. Oder average models + transfer learning.
    In der Wissenschaft geht derzeit auch soviel weiter, dass man kaum am state of the art bleiben kann. Dann sinds mal LSTMs, dann ConvNets, dann eine Mischung aus allem mit GANs trainiert... und wwischen Research und Production liegt halt immer noch extrem viel Aufwand. Wenn ich mir die aktuelle WaveNet version ansehe (https://deepmind.com/blog/high-fidel...hesis-wavenet/), da gibt es zwar ein paar Open Source Implementierungen aber die sind praktisch alle Meilenweit von der Deepmind-Version weg.
    Wenn alles so einfach wäre, gäbe es keine Entwicklung mehr.
    Wenn man nicht Deep Learning verwendet, geht natürlich noch wesentlich mehr Zeit für feature engineering drauf. Oder viele Graphical Models wie Hidden Markov Models oder Reinforcement Learning mit Markov Decision Processes sind sowieso alles andere als Black Boxes.

    Quote Originally Posted by Christoph R. View Post
    Ich weiß nicht wie die Frage genau formuliert wurde, aber wenn man als Antwort wirklich erwartet dass man als Hobby Programmieren hat, dann würde ich das schon eigenartig finden. Nicht weil sich ein Informatiker nicht dafür interessieren soll ... Freizeit programmieren klingt für mich eigentlich nicht gut, sondern eher im Gegenteil: man muss es in der Freizeit machen weil man es noch nicht geschafft hat es zum Beruf machen zu können.
    Sehe ich auch so, aber es gibt schon... "Programmiererkulturen" in denen heimkommen, aufdrehen und weitercoden ganz normal ist. Teilweise liest man da schon schockierende Tagesabläufe, wo das Gutenachtbussi wohl das einzige ist, das die Kinder den ganzen Tag vom Vater sehen...

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