Posts by mdk

    Wie hat er das denn geschafft?



    Ganz einfach: In England macht man den (vierjährigen) PhD normalerweise direkt nach dem (ebenfalls vierjährigen) Bachelor. Der PhD enthält daher auch mehr Lehrveranstaltungen und ist verschulter als unser Doktorat. Der Master (einjährig) entspricht meist dem ersten Jahr des PhD + Masterarbeit, man macht ihn statt und nicht vor dem PhD (bzw. kann nach dem Master auf den PhD wechseln und erspart sich das erste Jahr).

    Hier gilt nicht das Gleichbehandlungsgesetz, sondern das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz, das keine solche Strafvorschrift vorsieht.


    Die einzige Möglichkeit, dagegen vorzugehen, wäre eine Zivilklage nach § 17 Bundes-Gleichbehandlungsgesetz.


    Wer mit der Einstellung "ihr seid es eigentlich gar nicht wert, davon zu erfahren, und außerdem versteht ihr ohnehin nichts, aber ich bin einmal so gnädig und werfe euch ein paar Brotkrumen hin" an die Diskussion herangeht, darf sich nicht wundern, wenn ihm eher ungern zugehört wird.


    Quote

    Um das Problemfeld "Quote" zu diskutieren, muss man imho zumindest das grobe Umfeld Feminismus/Genderstudies verstanden haben.


    Nein, muss man nicht. Man sollte es verstehen, wenn man sich dafür interessiert, wie es dazu gekommen ist und warum es entstanden ist, wenn es aber um die Anwendung und Auswirkungen geht, ist das nicht nötig. Man muss ja auch nicht wissen, wie die Ideologie eines Diktators, der gerade die gesamte Opposition ausschaltet, genau aussieht, um ihn und seine Maßnahmen abzulehnen.


    Quote

    Vor allem muss man dafür zur Kenntnis genommen haben, dass der gesetzlichen Gleichstellung der Frau, keine (bzw. eine unzureichende) praktische folgte. Also der selbe Grund, der auch zur Affermative Action bei Schwarz/Weiß geführt hat.


    Diese beiden Maßnahmen sind unvergleichbar. Die Affirmative Action ist dadurch entstanden, dass in den USA noch stärker als bei uns Bildung und Wohlstand von Bildung und Wohlstand der Eltern abhängen, also "sozial vererbt" wird, und gleichzeitig Hautfarbe genetisch vererbt wird. Anstatt nun dieses Problem anzupacken, hat man sich lieber mit der Krücke der Affirmative Action beholfen, die zwar einigen den Aufstieg erleichtert hat, aber der breiten Masse nichts genutzt hat.


    Quote

    Soviel sei aber gesagt:
    Kaum wer will die Quote leichtfertig, sondern sie wird als notwendiges Übel, ein Tool zu dem es auch bereits Erfahrungswerte gibt, gesehen, mit dem eine reale Gleichstellung beschleunigt bzw. überhaupt erreicht werden soll.


    Was bedeutet für dich "reale Gleichstellung" eigentlich und wie unterscheidet sie sich von dem, was wir (an der Universität) jetzt haben?


    Quote

    Keiner, auch keine Quotenbefürworter, wollen unqualifizerte Menschen an Positionen, wo sie nicht hin gehören


    Sie nehmen es aber zumindest in Kauf.


    Quote

    Nebenbei, es gibt übrigens auch den umgekehrten Fall, wo Männer in Frauenberufen wie z.B. der Kinderbetreuung bevorzugt werden, wenn auch (noch) nicht so systematisch wie jetzt für männerdominierte Positionen angedacht wird.


    Von solchen Maßnahmen habe ich noch nie etwas gehört - sie sind aber natürlich genauso abzulehnen wie der umgekehrte Fall.



    Einer Quote stünde ich weniger skeptisch gegenüber wenn sie freier definiert wäre, also keine "Frauenquote" sondern beispielsweise eine "Alleinerzieher"-Quote (um nur ein Unterbeispiel zu nennen). Ich kenne nämlich durchaus ein paar (wenige) Väter die alleinerziehend sind, den Haushalt schmeißen und ihre Kinder versorgen. Wenn so jemand, gerade in kleinen Betrieben, durch eine Quote seinen Hut nehmen müsste, fände ich das ganz und gar nicht gerecht.


    Auch solche Quoten sind meiner Meinung nach abzulehnen. Wie kommt der besser qualifizierte (etwa weil freiwillig oder unfreiwillig kinderlose, oder Elternteil, aber nicht alleinerziehend) Mitarbeiter dazu, seinen Posten für einen weniger qualifizierten (Alleinerziehenden) räumen zu müssen? Sinnvoller wäre es stattdessen, bei Alleinerziehenden (egal ob Männer oder Frauen) durch finanzielle Hilfen und vor allem durch flächendeckende, kostenlose und wartelistenfreie Kinderbetreuung die zusätzliche Belastung abzufedern, damit sie gleiche Chancen im Berufsleben haben.


    Gab doch glaub ich erst vom http://www.cvast.tuwien.ac.at/ eine Ausschreibung, da hieß es - Geschlechter anteilsmäßig nach den Zahlen der entsprechenden Studiengänge.


    Es handelt sich dabei um eines der Laura-Bassi-Zentren, welche gemäß Ausschreibung nur von Frauen geleitet werden können. Bei den Mitarbeitern sind (ohne Leiterin) übrigens 5 Frauen und 3 Männer, und meines Wissens liegt die Frauenquote im Informatikstudium unter 62,5%.


    Quote

    vielleicht bin ich ja naiv oder habe nur ein eingeschränktes Sichtfeld, aber so massiv habe ich nicht den Eindruck, dass die Männer in unserer Generation jetzt unbedingt andere Männer bevorzugen würden..
    habe eher den Eindruck, dass das mehr die alteingesessenen Herren sind, die sich untereinander die Posten zuschanzen. Die bekommt man dann als "normaler" Mann genausowenig..


    So ist es. Mit Frauenquoten und ähnlichen Maßńahmen löst man diese Strukturen allerdings nicht auf, sondern ändert bestenfalls das Geschlecht der Freunderlwirtschafter.

    nein, ich gehe davon aus, dass die meisten schon verstehen wollen, warum sie so was mitfinanzieren oder dauernd massenmails darüber bekommen aber nicht dort sein dürfen. ich zb verstehe es trotz 'wollen' nicht, und es hat sich noch nie jemand die mühe gemacht, mir das nachvollziehbar zu erklären.


    Ich habe es auch schon aufgegeben, von Befürwortern solcher Maßnahmen sachliche Antworten erhalten zu wollen.


    Quote

    ich kann grundsätzlich eine argumentation wie "es gibt 40 % frauen, aber nur 5 % weibliche abteilungsleiter in unternehmen X" schon nachvollziehen (so was liegt bestimmt nicht nur an mangelnder qualifikation, also bitte...) und ich glaube, dass das die argumentationsgrundlage für alle gleichstellungsmaßnahmen ist.


    Das kann, muss aber nicht auf eine Ungleichbehandlung hindeuten. Zum Beispiel könnte das Unternehmen eine große Abteilung mit hohem Frauenanteil und mehrere kleine Abteilungen mit geringem Frauenanteil haben. Oder in diesem Unternehmen werden Abteilungsleiterposten nur an ältere Mitarbeiter vergeben, und der Frauenanteil ist im Laufe der Jahre kontinuierlich angestiegen (siehe auch Frauenanteil bei Professoren vs. Frauenanteil bei Studenten).


    Quote

    ich stehe diesen maßnahmen zwar kritisch gegenüber, aber ich möchte sie nicht durch zu wenig wissen pauschal ablehnen, schließlich werden die von einer breiten anzahl an verantwortlichen personen mitgetragen.


    Soweit ich es mitbekommen habe, stehen nur wenige Personen tatsächlich hinter solchen Maßnahmen, die meisten anderen halten sich einfach zurück (aus Angst, als Frauenfeind bzw. Sexist gesehen zu werden - außerdem kann einem die Vergabe von aktuellen Stellen ohnehin egal sein, wenn man selber pragmatisiert ist.)

    ich habe gerade im job-forum folgendes gelesen:


    ausschreibung einer diplomarbeit nur für frauen (versch. themen)


    Das ist eigentlich nur eine Neuausschreibung einiger Stellen von hier. Außerdem gab es seit Anfang des Jahres Ausschreibungen für zwei Doktoratskollegs ("Die einzurichtenden Doktoratskollegs bestehen aus [...] 7 bis 10 Studierenden (Kollegiaten), wobei maximal 5 der Kollegiaten männlich sein dürfen.") und zwei Postdoc-Assistentenstellen mit freier Themenwahl innerhalb der Informatik für 6 Jahre mit Reisemittel sowie für den Hannspeter-Winter-Preis nur für Frauen. Dazu kommen noch das Firnberg- und das Richter-Programm vom FWF.


    Quote

    das projekt ist sicher eine feine sache, und wäre ich weiblich und bräuchte ich auch eine diplomarbeit würde ich mich dort sofort melden.


    Mich wundert, wie man ein Projekt, das nach einem Kriterium wie Geschlecht, Hautfarbe oder sexueller Orientierung diskriminiert, als "feine Sache" bezeichnen kann.


    Quote

    da ich mir aber mein geschlecht nicht aussuchen kann, frage mich bei solchen ausschreibungen immer, mit welcher begründung man die gleichstellung einer gesellschaftsgruppe der gleichbehandlung des individuums überordnet.


    Ich frage mich eher, was derartige Maßnahmen mit Gleichstellung zu tun haben, oder warum das, was du offenbar unter "Gleichstellung" verstehst (nämlich Ergebnis- statt Chancengleichheit) in irgendeiner Art und Weise ein anzustrebendes Ziel wäre.


    Quote

    ich verstehe natürlich, dass man damit schneller das ziel der gleichstellung quer durch die gesellschaft erreicht, aber ich habe bisher wenig darüber gelesen, wie ein derartiges abwägen von grundrechten gerechtfertigt wird.


    Hier findest du einen Artikel zu ähnlichen Stellen an der Uni Linz. Kurz zusammengefasst: es wurde einfach noch nicht ausjudiziert.


    Quote

    von einem projekt der frauenförderung erwarte ich mir schon aufgrund der finanzierung dieser projekte, die ja auch nicht geschlechtsspezifisch funktioniert, dass in irgendeiner form in der öffentlichen kommunikation auch die andere hälfte der gesellschaft angesprochen wird, zb indem man erklärt,

    • warum männer bei den aktivitäten nicht willkommen sind (und warum das nicht ein akt der unfreundlichkeit, sondern sinnvoll für alle ist),
    • warum gleichbehandlung nicht ausreicht und man zum quasi-gegenteil greifen muss, um die gleichstellung zu erreichen,
    • warum ein bestimmter frauenanteil überhaupt so wichtig ist.


    ich glaube dass kommunikation (auch mit den naturgemäß sehr bösen männern) ein wichtiger schritt ist, um der natürlichen polarisierung durch solche maßnahmen entgegenzuwirken.


    Willst du damit sagen, dass die Kritiker derartiger Maßnahmen einfach nur nicht verstehen wollen, warum Stellenausschreibungen nur für ein Geschlecht so toll sind?


    Ich bin jedenfalls nicht der Meinung, dass bei Stellenbesetzungen ein bestimmter Frauen-, Männer-, Weißen-, Schwarzen-, Inländer-, Ausländer-, Linkshänder- oder Rechtshänderanteil wichtig ist, sondern einfach, dass die geeignetsten Kandidaten die Stellen besetzen. Das ist sowohl für die Universität als auch für die Gesellschaft das Beste.


    Ich versteh ned, warum man bei diesen Stellen überhaupt eine Differenzierung braucht...beim "drüberlesen" klingen die Themen ja ned gerade trivial, kann mir da keinen Über-Andrang vorstellen, sodass man Quoten machen müsste. Interessant wirds dann auch, was passiert, wenn sich keine Frauen für manche Themen finden? Werden die "eingestampft", oder können sich dann auch Männer melden?


    Ich vermute Ersteres.


    Quote

    Und überhaupt sollte man einfach nur nach Qualifikation einstellen...was hilft eine Quotenregelung, wenn man daduch vlt. niemanden findet, der auch qualifiziert ist. Im öffentlichen Führungsbereich oder dgl., kann ichs vlt. noch halbwegs verstehen, dass man so vlt. alte Strukturen/Freunderlwirtschaft/whatever "aufbrechen" kann,


    Auch in diesem Bereich bringen Quoten nichts. Der einzige Unterschied wäre, dass man dann bei der Freunderlwirtschaft aufpassen muss, welches Geschlecht gerade dran ist. Eine Verbesserung würden lediglich transparente und nachvollziehbare Bewerbungs- und Auswahlverfahren bringen.


    Quote

    aber ich kann mir kaum vorstellen, dass in einem technischen Forschungsbereich kein DA-Thema oder so kriegt, wenn man qualifiziert dafür ist...


    Wenn es um bezahlte Diplomarbeiten bzw. Dissertationsstellen geht, ist es nicht mehr so einfach.


    Ich weiß zwar nicht ob das auf Stellenausschreibungen für Diplomarbeiten die bei einerm Unternehmen absolviert werden können auch gilt, aber ich werfe es einfach mal in die Diskussion.


    Ich weiß auch nicht, ob hier das Gleichbehandlungsgesetz (Privatwirtschaft) oder das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz (öffentlicher Dienst) gilt, aber da beide bei geschlechtsspezifischen Stellenausschreibungen ähnliche Vorschriften beinhalten, sollte das in diesem Fall keine Rolle spielen.


    ich habe gestern eine Prüfung auf der Uni Wien abgelegt (als Freifach). Heut hat man mir eine mail geschrieben, dass ich nicht zugelassen bin und deshalb kein Zeugnis erhalte. Es handelt sich hier um eine VO aus dem Wintersemester, mitbelegt habe ich erst dieses SS. Die Begründung war: "Ich bekomme kein Zeugnis, weil nicht das Datum der Prüfung zählt, sondern das Semester in dem die VO abgehalten wurde...".
    Ich habe letzte Woche eine Prüfung zu einer VO an der TU gemacht, die seit 2007 nicht mehr angeboten wird. Ich studiere erst seit 2008, da gabs auch keine Probleme...


    Das sehen die Unis unterschiedlich: die TU Wien verlangt nur, dass du zum Zeitpunkt der Prüfung inskribiert warst, die Uni Wien zusätzlich auch, dass du im Stoffsemester inskribiert warst.


    Einführung in wissensbasierte Systeme wird erst wieder im WS angeboten. Daher kann ich den Bachelor erst im WS einreichen. Somit kann ich das Mastersstudium nicht ebenfalls im WS abschliessen..., was natürlich toll wäre. Es würde mir die Diplomarbeit übrig bleiben...richtig?


    Im WS abschließen ist nicht möglich, nein. Allerdings wäre ein Abschluss bis Ende März durchaus drin, falls du die Diplomarbeit inoffiziell bereits vorher beginnst (mit Betreuer absprechen!) und dafür sorgst, dass du das EWBS-Zeugnis und die Genehmigung der Diplomarbeit schnell bekommst. Dann kannst du spätestens in der vorletzten Februarwoche einreichen, kannst mit der eine Woche später erhaltenen Bestätigung das Masterstudium inskribieren, das Diplomarbeitsthema beantragen und nach Genehmigung des Themas sofort einreichen.

    Grundsätzlich könnte es funktionieren, allerdings benötigst du den Abschluss des Bachelors + 1 Woche + evtl. Beginn der nächsten Inskriptionsfrist für die Inskription des Masterstudiums, und die Inskription des Masterstudiums ist Voraussetzung für die Genehmigung des Diplomarbeitsthemas (welche wiederum Voraussetzung für das Einreichen der Diplomarbeit und damit des Masterstudiums ist).

    Die LVA darf dir gar nicht anerkannt werden, siehe UG:


    Quote from UG § 78

    Die Anerkennung von Prüfungen, die entgegen der Bestimmungen des § 63 Abs. 8 und 9 an einer anderen Universität abgelegt wurden, ist ausgeschlossen.


    Quote from UG § 63

    (9) Die Ablegung von Prüfungen für ein Studium an einer anderen als der Universität der Zulassung ist nur zulässig, wenn
    1. das Curriculum eines gemeinsam mit einer anderen Universität eingerichteten Studiums dies vorsieht;
    2. das für die studienrechtlichen Angelegenheiten zuständige Organ die Ablegung der Prüfung an der anderen Universität im Voraus genehmigt, weil die Ablegung der betreffenden Prüfung an der Universität, an der die oder der Studierende für dieses Studium zugelassen ist, nicht möglich ist, oder
    3. es sich um Prüfungen auf der Grundlage neuer Medien, insbesondere von On-line-Studienangeboten handelt.