Laptop hat stets nach ~1-2h Betrieb Bildartefakte/ausfall. Problem GPU? Oder anders?

  • PROBLEM: Der Laptop meines Vaters, ein Acer Aspire 9920, circa 3 Jahre alt, hat neuerdings nach gewisser Betriebsdauer (>1-2h) eine fehlerhafte Bilddarstellung (Artefakte wie Linien/Kachelmuster/etc im Grafikmodus, falsche Zeichen im Textmodus) oder gar keine Bilddarstellung mehr.


    VERMUTUNG: Dies deutet m.M.n. auf ein thermisches Problem mit der Grafikkarte / VideoRAM hin. Denn nach einer Ruhepause (=Abkühlung) und dem Starten ein paar Stunden später geht es meist wieder. Einmal war es sogar so, dass ich mit dem Bewegen eines Fensters (= Aktualisieren des Frame-Buffers) die Artefakte "wie Schmutz wegwischen" konnte. Und die Artefakte waren der Beobachtung nach proportional zur gerade aktiven Bildschirmauflösung. All dies zusammen deutet m.M.n sehr auf die Grafikkarte, bei einem Bildschirmdefekt sähe dies anders aus, eher gleichbleibendere Fehler, bzw ein gänzlicher Bildausfall. Die Grafikkarte ist beschriftet mit "VG8PG06001739028592300", somit eine VG.8PG06.001.


    FRAGEN: Jedoch warte ich normalerweise nur Apple Computer, manchmal PC Desktops. Mit PC Laptops jedoch habe ich keinerlei Erfahrung, wäre sehr dankbar für Tipps:


    1) Stimmt Ihr damit überein, dass das Problem sehr wahrscheinlich bei der Grafikkarte liegt?


    2) a) Kann das Erneuern von Kühlpasta alleine schon helfen? Wennja, wo trage ich die auf? (Foto des geöffneten Laptops anbei) Gibt es sowas bei dem Modell überhaupt, oder ist da die Wärmeableitung technisch anders gelöst?
    b) Gibt es noch irgendeine andere kostengünstige Lösung, wie "Grafikkarte ausbauen, irgendwie putzen, wieder einbauen", oder sonstige Thermik-verbessernde Maßnahmen?


    3) a) Löst allenfalls ein Tausch der Grafikkarte das Problem?
    b) Und könnte schlimmstenfalls etwas anderes am Laptop nicht stimmen, und dann in kürzester Zeit die neue Karte wiederum ruinieren?
    c) Muss genau eine VG.8PG06.001 gekauft werden, oder ist jener Acer Aspire 9920 auch mit einer anderst bezeichneten oder tatsächlich anderen Grafikkarte betreibbar?

  • 1) Stimmt Ihr damit überein, dass das Problem sehr wahrscheinlich bei der Grafikkarte liegt?

    Würde ich auch spontan sagen. Vielleicht lässt sich das Problem auch durch Reinigung des Lüfters und damit verbundener Verbesserung der Luftzirkulation im Gehäuse verbessern.


    2) a) Kann das Erneuern von Kühlpasta alleine schon helfen?

    Möglich, wenn das Problem daran liegt, dass die Wärme des Grafikprozessors ungenügend an die Heatpipe abgegeben wird. Wenn allerdings die Heatpipe nicht in der Lage ist, die Wärme abzuführen, bringt die Wärmeleitpaste nichts.


    Wennja, wo trage ich die auf? (Foto des geöffneten Laptops anbei) Gibt es sowas bei dem Modell überhaupt, oder ist da die Wärmeableitung technisch anders gelöst?

    Die Heatpipe und den daran befestigten Kühlkörper dort abmontieren, wo du meinst, dass das die Grafikkarte ist. Darunter müsste sich der Grafikprozessor befinden. Direkt auf den Grafikprozessor gehört die Wärmeleitpaste, damit die entstehende Wärme besser an den Kühlkörper und die Heatpipe weitergegeben


    b) Gibt es noch irgendeine andere kostengünstige Lösung, wie "Grafikkarte ausbauen, irgendwie putzen, wieder einbauen", oder sonstige Thermik-verbessernde Maßnahmen?

    Dazu kenne ich mich leider zuwenig aus.


    3) a) Löst allenfalls ein Tausch der Grafikkarte das Problem?

    Wenn das Problem alleine die Kühlung derselben ist: Nein.


    b) Und könnte schlimmstenfalls etwas anderes am Laptop nicht stimmen, und dann in kürzester Zeit die neue Karte wiederum ruinieren?

    Grundsätzlich ja, aber da fehlt mir das nötige Detailwissen über die Hardware.


    c) Muss genau eine VG.8PG06.001 gekauft werden, oder ist jener Acer Aspire 9920 auch mit einer anderst bezeichneten oder tatsächlich anderen Grafikkarte betreibbar?

    Keine Ahnung.

  • Sehr viele Grafikchips aus der Zeit haben ein Problem mit den Lötstellen. Wegen der thermischen Belastung bekommen die Chips dann nach so ca. 3 Jahren Kontaktprobleme und es kommt zu Bildfehlern bzw. Totalausfällen. Eine Möglichkeit wäre eventuell das Grafikboard neu zu löten (in einem nicht mehr für Lebensmittel benutzten Backrohr), da ist allerdings die Wahrscheinlichkeit das Board zu schrotten sehr hoch... Hab so etwas mal mit einem kompletten Motherboard gemacht und hat nicht geklappt, weil verpfuscht... es gibt auf Ebay auch Leute die derartige Reparaturen anbieten. Das ganze nennt sich flexing problem und in den USA gibts hierzu (wenn mich nicht alles täuscht eh gegen nvidia) sogar eine Sammelklage. Teilweise haben Laptops mit diesem Problem auch genau deswegen nachträglich eine Garantieverlängerung vom Hersteller (bspw. HP) bekommen.


    Beim neu verlöten kehrt der Fehler allerdings angeblich recht schnell wieder zurück (auch bei den Ebay-Typen). Ich würd den Laptop auf Ebay verscherbeln (defekte Laptops werden dort eh gut bezahlt...) und einen neuen kaufen.


    lg,
    Oliver

  • Mein Vater brachte den Laptop Anfang der Woche zu http://www.cs-wien.at und der Techniker meinte, genau wie HrevilO , es sei ein Kontaktproblem, bzw die Karte selbst defekt, und die Anlötung/Kontaktierung der neuen nicht so ohne.


    Nach der Reparatur werde ich mein Ergebnis hier veröffentlichen!


    Danke soweit einmal für Eure Beiträge!

  • Wenn man die Graka tauschen kann würde ich das machen, die Symptome sprechen jedenfalls für deine Vermutung. Fragt sich aber ob es nach 3 Jahren nicht sowieso Zeit für ein neues Gerät ist.

  • Der Acer Aspire 9920 hat die serienweise problemetische GPU, die NVIDIA 8600M GT.
    Habe die auch in einem Apple MacBook Pro 4.1 (Early 2008), und dort trat genau derselbe Fehler auf.


    Ein sogenannter Reflow — kostet gewerblich 100-200 EUR, ist je nach verfügbaren Werkzeugen auch mehr/minder gut selbst zu schaffen — kann Abhilfe verschaffen, doch teils tritt das Problem nach Tagen, Wochen, Monaten wieder auf.

    Edited once, last by porg: Wikipedia Link eingefügt ().

  • Wenn alles "normale" zu unwirtschaftlich ist, und man sich mit dem Kaputtsein des Gerätes ohnehin schon abgefunden hat, kann man das auch selbst versuchen. Ein Verwandter hat mir sein HP-Notebook gegeben und gemeint, dass ich damit alles tun kann was ich will - er hat sich schon ein neues gekauft - das Kontaktproblem der Grafikeinheit beim BGA war dabei auf Grund der Symptome (Bildausfall bei Last) die erste Vermutung. --> Laptop zerlegt, Motherboard ausgebaut, alle Bauteile bis auf den Grafikchip gegen Hitze abgeschirmt (paar Karton/Alufolienlagen) und dann mit dem Heißluftföhn bearbeitet (und am Ende sachte angedrückt). Kurz eingeschaltet: Bild da (also nicht noch mehr kaputt gemacht).
    Das Hitzeproblem, das das selbständige Entlöten des Chips verursacht hat, habe ich dann mit einem 5-Cent Stück, Schleifpapier und Feile (um das Centstück zu planen) und vernünftiger Wärmeleitpaste (die haben dort nur so ein winziges Wärmeleitpad benutzt um Distanz gut zu machen weil der Kühlkörper nicht ganz bis zum Chip runter gereicht hat :tapforehead:) in den Griff bekommen.
    Notebook läuft seitdem wieder ohne Probleme. Das ganze könnte man auch mit dem Backofen machen - habe ich aber nicht, weil ich die Befürchtung hatte, dass da dann andere Lötstellen auch noch aufgehen. Zumal die Hitze für diverse Bauteile vermutlich auch eher suboptimal ist. ^^