Abschluss des Masters mit Auszeichnung ... von Bedeutung, oder nicht!

  • EDIT (-->#2)


    Wie wichtig sind euch persönlich die Noten, bzw. ob ihr den Master mit Auszeichnung abschließt?
    Wie schätzt ihr die Bedeutung eines derartigen Abschlusses für eine Karriere in Industrie bzw. Forschung ein?

  • Wie wichtig ist euch persönlich ein Abschluss des Masters mit Auszeichnung?


    Unwichtig. Daß ich nach einem langen Einser-Run dann irgendwann zwei Zweier gehabt hab, hat mich schon gestört, aber nicht wegen der Wirkung auf andere Menschen.


    Zitat

    Wie schätzt ihr die Bedeutung eines derartigen Abschlusses für eine Karriere in Industrie bzw. Forschung ein?


    Für Forschung schätze ich Vitamin B als wesentlich wichtiger ein. Aber was weiß ich schon.

  • Ich denk dass es stark auf die Firma und natürlich auf das Land ankommt wo du dich bewirbst. Von nem Freund hab ich gehört, dass zB IBM (vor allem in den USA) sehr stark auf die Noten achtet.
    Bei den meisten Firmen in Österreich denk ich aber eher nicht, dass es so ausschlaggebend ist.


    Mit dem gewichteten Notendurchschnitt ist es ja auch kein Problem wenn du nen Vierer hast .. kannst also noch immer ausgezeichnet abschließen.


    lg Koali

    Alle Lebewesen außer dem Menschen wissen, dass der Hauptzweck des Lebens darin besteht, es zu genießen.
    Samuel Butler (engl. Schriftstellter)


  • Wie wichtig ist euch persönlich ein Abschluss des Masters mit Auszeichnung?

    gar nicht. noten waren und sind mir ziemlich wurscht. ich war eher verwundert dass es sich mit auszeichnung ausgegangen ist.


    Wie schätzt ihr die Bedeutung eines derartigen Abschlusses für eine Karriere in Industrie bzw. Forschung ein?

    eher gering, aber wirklich wissen tu ich es auch nicht. bei meinem einstellungsgespraech bei einem institut wurde ich zwar danach gefragt, aber wirklich wichtig war es auch nicht. zu dem zeitpunkt wuszte ich nichts von meinem glueck und habe gesagt, dass ich kaum glaube mit auszeichnung studiert zu haben. eingestellt wurde ich trotzdem.

  • Falsch. Studienplan lesen!

    Werde ich beim nächsten mal machen :)!


    Nun, nach diesen Kriterien beurteilt ist eine Auszeichnung wirklich nicht all zu schwer zu erreichen.
    Mir persönlich wäre es aber eher darum gegangen, dass ich im Master kein "befriedigend" habe. Nicht um potentielle Arbeitgeber zu beeindrucken, sondern für mich persönlich. Die (vermeintliche) Implikation einer Auszeichnung wäre dann ein angenehmer Nebeneffekt gewesen.


    Wie auch immer, ich denke dass die Noten, bzw. ob man mit Auszeichnung studiert hat, künftig sehr wohl eine Rolle bei der Arbeitssuche spielen können. Natürlich hängt es wiederum von den einzelnen Firmen ab (auf meinen Schnitt beim Bachelor wurde ich in Vorstellungsgesprächen auch schon angesprochen).
    Wenn dem so ist, wenn Noten künftig also eine wichtigerer Rolle spielen, dann hängt es sicher mit Bachelor/Master-System zusammen, welches – und das sage ich aus tiefster Überzeugung – viel mehr darauf ausgerichtet ist Akademiker am Fließband herauszubilden, womit der reine Abschluss des Studiums als Beurteilungskriterium an Bedeutung verliert


    Weil die USA erwähnt wurden. In Großbritannien ist der Notenschnitt den man beim Studium erreicht ein entscheidender Faktor bei der Arbeitssuche. Dies geht sogar so weit, dass sich aus dem Notenschnitt regelrecht Gehaltskategorien ableiten lassen (meine Angaben basieren auf Aussagen eines Bekannten, der in London studierte, und nun seit 5 Jahren dort arbeitet).
    Das sind immerhin die beiden Länder, an denen sich das Bachelor/Master-System in hohem Maße orientiert


  • Wenn dem so ist, wenn Noten künftig also eine wichtigerer Rolle spielen, dann hängt es sicher mit Bachelor/Master-System zusammen, welches – und das sage ich aus tiefster Überzeugung – viel mehr darauf ausgerichtet ist Akademiker am Fließband herauszubilden, womit der reine Abschluss des Studiums als Beurteilungskriterium an Bedeutung verliert

    das sehe ich aehnlich, der reine abschluss wird als beurteilungskritaerium an bedeutung verlieren. die beurteilung anhand der noten finde ich aber nicht sinnvoll. was hat eine eprog note von vor 5 jahren mit der jetztigen qualifikation zu tun? jemand der vor 5 jahren gerade mal einen 4er geschafft hat kann jetzt trotzdem ein besserer programmierer sein wie einer der einen 1er gehabt hat. waere ich in der situation jemanden einzustellen, wuerde ich kaum auf den notenschnitt achten. ich wuerde eher auf die _aktuellen_ faehigkeiten schaun.

  • Außerdem sucht sich dann jeder nur die Wahlfächer aus, auf die man am ehesten einen 1er kassiert. Aber so richtige Wahlfächer gibts im neuen Plan eh nur mehr wenige. Soweit ich das mitgekriegt hab, ists mehr ein "von 5 Fächern darfst eines weglassen" Modell.

  • was hat eine eprog note von vor 5 jahren mit der jetztigen qualifikation zu tun? jemand der vor 5 jahren gerade mal einen 4er geschafft hat kann jetzt trotzdem ein besserer programmierer sein wie einer der einen 1er gehabt hat.


    Vollkommen richtig. Einzelne Prüfungsnoten sind viel zu sehr von der Tagesverfassung, Glück oder lokelen Tiefpunkten im Wissen abhängig. Deswegen finde ich abschließende Prüfungen wie die Matura ziemlich sinnfrei: jeder lernt für diesen einen Termin, und im Endeffekt spielt dann doch das Glück eine gewisse Rolle. Zum Glück gibt es im Informatikstudium keine kommissionelle Gesamtprüfung mehr, da ist das System mit dem Durchschnitt der LVA-Noten besser.


    Trotzdem denke ich dass das Gesamtbild eine gewisse Aussagekraft hat, auch wenn es kein 1:1-Mapping zwischen Noten und Qualifikation gibt. Wenn jemand etwa im Prüfungsfach Mathe eine 1 hat und somit in sämtlichen formalen Fächern gut abgeschnitten hat, dann wird man wohl annehmen können dass er ein gewisses Gespür für Theoretisches hat. Dagegen kann man wohl auch als Mathe-Verweigerer mit Hilfe von POs, Forum und endlich vielen Prüfungsantritten auch irgendwann eine positive Note ergattern ohne die Inhalte wirklich verinnerlicht zu haben.

  • Außerdem sucht sich dann jeder nur die Wahlfächer aus, auf die man am ehesten einen 1er kassiert.

    Wird es sicherlich geben, und es wird sicherlich auch Firmen geben, die sich auf diese Art blenden lassen.

    jemand der vor 5 jahren gerade mal einen 4er geschafft hat kann jetzt trotzdem ein besserer programmierer sein wie einer der einen 1er gehabt hat.

    Völlig richtig, und es wird sicherlich Firmen geben die auf diese Art falsche Schlüsse über die Qualifikation eines Bewerbers ziehen



    Es wäre naiv anzunehmen, dass es irgendeinen perfekten Entscheidungsmechanismus gibt.


    Zitat

    waere ich in der situation jemanden einzustellen, wuerde ich kaum auf den notenschnitt achten. ich wuerde eher auf die _aktuellen_ faehigkeiten schaun.

    Nun ja, allen Firmen geht es in erster Linie um die aktuellen Fähigkeiten eines Bewerbers. Nur muss eine Firma halt Mittel und Wege finden, um mit organisatorisch zumutbaren Mitteln auf diese Fähigkeiten rückzuschließen.
    Mit einem aufgesetzten, oberflächlichem Selbstbewusstsein und einer tollen Arbeitsmappe in CD-Form, voller Projekte, die man angeblich eigenständig umgesetzt hat, kann man schnell einmal Kompetenz vorgaukeln.
    Andererseits wäre es weder für eine Firma möglich, noch einem Bewerber zumutbar, dass dieser zum Beispiel an drei Nachmittage eine Art Testprojekt umsetzt, anhand dessen man (möglicherweise) einen viel besseren Eindruck über die tatsächlichen Qualifikationen erlangt.



    Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass die ganze Debatte hier Praxiserfahrungen ignoriert, die für die Jobsuche natürlich ebenfalls von großer Bedeutung sind. Aber darum geht es hier nicht.

  • wenn man in die Forschung will (damit ist auch Corporate Research gemeint) gibt es nur ein wichtiges Kriterium: Publish early, Publish high - was anderes zählt inernational einfach nicht. In Ö hilft natürlich zu einem gewissen Grad noch Vitamin B, wenn man sich aber mittels FWF oä. sein eigenes Funding zusammen stellen muss hilft auch das nix.

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