Wert Studium

  • Hallo,


    ich habe eine etwas speziellere Frage für die Informatik Forum Gemeinde, die mich sehr interessiert:


    Was ist ein in 11-12 Semester absolviertes Medizinisches Informatik BACHELORstudium(Notendurchschnitt 2,5) im heutigen Arbeitsmarkt wert,
    wenn man während der Studienzeit auch noch kaum gearbeitet hat bzw nur das eine oder andere Praktikum gemacht hat?

  • Hallo,


    ich habe eine etwas speziellere Frage für die Informatik Forum Gemeinde, die mich sehr interessiert:


    Was ist ein in 11-12 Semester absolviertes Medizinisches Informatik BACHELORstudium(Notendurchschnitt 2,5) im heutigen Arbeitsmarkt wert,
    wenn man während der Studienzeit auch noch kaum gearbeitet hat bzw nur das eine oder andere Praktikum gemacht hat?


    Du hast aber jetzt (nach deiner Ansicht) nur die negativen Aspekte aus deinem Lebenslauf hervorgehoben. Klar im nachhinein hätte man ja alles besser machen können, aber wichtig ist, dass man mit dem was man hat gut umgeht. Und wie es bei einer Bewerbung auch immer heißt: Es hängt davon ab wie man sich präsentiert/verkauft. Ich würde mal behaupten viele Studierende arbeiten nebenbei, weil es ihnen sonst an ausreichenden finanziellen Mitteln fehlen würde. Dass das auch als Berufserfahrung für zukünftige Jobs zugute kommen kann, ist ein schöner Nebeneffekt (hängt wiederum davon ab, was man gearbeitet hat).


    Meine Tipps an dich: Deine Praktika auf jeden Fall erwähnen, besonders die hervorheben, die mit der Stellenanzeige zu tun haben. Wenn du mit deinem Notendurchschnitt unzufrieden bist, brauchst dus auch nicht erwähnen. Dass du 12 Semester studiert hast, kann man als Jahreszeitraum im Lebenslauf schreiben, musst aber nicht im Bewerbungsschreiben nochmals groß hinschreiben. Sollte man dich im Bewerbungsgespräch trotzdem drauf ansprechen (was ich stark bezweifle), kann man ja geschickt antworten. Man kann ja zB. sagen, dass man sich noch mit anderen Themen/LVAs von anderen Studienrichtungen/Unis beschäftigt hat. Welche Firma würde es negativ sehen, wenn man sich weiterbilden wollte und seinen Horizont erweitern wollte? Ich denke niemand.


    Firmen neigen meistens dazu alle möglichen Sachen inkl. Berufserfahrung zu verlangen, nur weil man einen Punkt nicht erfüllt, muss man nicht gleich die Hoffnung aufgeben. Ich habe aber auch viele Stellenanzeigen gesehen, die auf Berufseinsteiger ausgerichtet waren, da wäre es also vollkommen irrelevant, dass du bisher noch keine Berufserfahrung gehabt hast. Man muss halt damit rechnen, dass man dann weniger bezahlt wird, als jemanden mit Erfahrung. Ich sage nicht, dass man sich "versklaven" lassen soll, aber man soll halt realistisch bleiben. Wenn man nichts medizin-spezifisches findet, kann man sich immer noch an allgemeinen IT Jobs umschauen, daran scheint es nicht zu mangeln. Und gerade in der IT Branche kenne ich kaum Leute, die über 5 Jahre denselben Job gemacht haben. Es ändert sich so viel binnen kurzer Zeit, nix is fix.


    In diesem Sinne, nicht den Kopf hängen lassen, die Dinge hervorheben, die dein zukünftiger Arbeitgeber hören/lesen möchte. Im Gegensatz zu anderen Studienrichtungen geht es uns vergleichsweise richtig gut ;)


    LG

  • Die erste Frage die man sich stellen kann, ist wieviel ist ein abgeschlossenes Bachelorstudium wert?
    Das Bachelorstudium ist gut um die Grundlagen kennenzulernen, aber man hat jetzt keine großartige Spezialisierung.
    Typischerweise kann man damit rechnen einen BSc noch ausbilden zu müssen, wenn er denn sonst nichts gelernt hat neben dem Studium.


    Und konkret auf deinen Fall bezogen:
    Wichtig ist, dass man begründen kann, warum man solange gebraucht hat.
    Hat man sich in der Freizeit freiwillig weiterentwickelt? Private Projekte gemacht? Sich sonst irgendwie weitergebildet?
    Gab's einen Auslandsaufenthalt?


    Wenn es keine Gründe gibt, hat man lediglich gezeigt, dass man Durchhaltevermögen hat.


    Am Arbeitsmarkt wird man dann typischerweise zweite Wahl sein, wenn es Master oder Bachelor mit besserem Lebenslauf gibt.
    Eine Möglichkeit wäre für den Staat zu arbeiten (in Ministerien zB), die schauen in der Regel nur auf den Titel - Notenschnitt und Dauer wurscht.

    Stefan Spelitz
    [Computergraphik UE Tutor 2017SS]

  • Danke für die ausführlichen und motivierenden Antworten.


    Grundsätzlich war das eine Prognose wie ich mein Bachelor abschließen werde. Das mit den Noten kam falsch rüber, damit
    bin ich zufrieden(gerade 2.1). Zurzeit komm ich ins 6te Semester und werd nach dem Semeseter fast die Hälfte des Studiums
    fertig haben. Ich weiß aber dass ich für den Rest 5-6 Semester brauchen werde also insgesamt die 11-12 Semester.


    Gearbeitet habe ich noch gar nicht und ein Praktikum habe ich auch noch nie gemacht, ich habe aber vor mich diesbezüglich anzustrengen.


    Ich hab mich außerdem für das SS2014 für Lehramt Informatik und Mathematik an der Hauptuni inskribiert, weil mich der Lehrerberuf auch interessiert.
    Ich habe bereits mit allen zuständigen gesprochen, bezüglich der Leistungen die ich bis jz an der TU erbracht habe würde alles anerkannt werden.
    Für mich würde ein Wechsel in Frage kommen ich bin mir aber noch nicht ganz sicher.
    Ist das studieren an der Hauptuni leichter? Komm ich da schneller voran?
    Was denkt ihr, ich hab gehört dass man an der Hauptuni schon schneller vorarnkommt. LG

  • Dein "Wert" am Arbeitsmarkt richtet sich meiner Erfahrung nach eher nach deiner Erfahrung als nach dem Abschluss. Bei den meisten Bewerbungsgesprächen die ich hatte, unterhielten wir uns hauptsächlich über die Projekte die ich schon durchgezogen habe und nicht das Studium. Ein Nebenjob, Praktika oder ein interessantes Open Source Projekt an dem du mitgearbeitet hast, kann die Chancen auf einen guten Job stark aufwerten.

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  • Hallo,


    ich habe eine etwas speziellere Frage für die Informatik Forum Gemeinde, die mich sehr interessiert:


    Was ist ein in 11-12 Semester absolviertes Medizinisches Informatik BACHELORstudium(Notendurchschnitt 2,5) im heutigen Arbeitsmarkt wert,
    wenn man während der Studienzeit auch noch kaum gearbeitet hat bzw nur das eine oder andere Praktikum gemacht hat?


    Gute Frage. Ich würde es noch allgemeiner formulieren: Was ist ein Informatikstudium heutzutage überhaupt am Arbeitsmarkt wert?


    Die meisten Firmen suchen nur reine Programmierer. Davon lernt man aber im Studium relativ wenig. Das Studium bringt also nichts an Kenntnissen, die auf dem Arbeitsmarkt verwertbar wären. Nicht umsonst arbeiten in vielen IT-Firmen vornehmlich Studienabbrecher und Autodidakten.


    Ich denke, das Studium ist eher etwas, das der Erweiterung des geistigen Horizonts dient, als eine Berufsausbildung, die man am Arbeitsmarkt verwerten kann.

  • Mein Tipp für Leute ohne / mit wenig Berufserfahrung:


    Nehmt die LVA Software Engineering (das Praktikum, die VO ist zum vergessen im Vergleich dazu) sehr ernst. Das was man da an Wissen bekommt wenn man engagiert (!) ist, ist sehr viel Wert bei Vorstellungsgesprächen. Es wird nämlich besonders Wert darauf gelegt was man bis jetzt praktisch gemacht hat und mit welchen Technologien/Frameworks man in der Praxis umgehen kann (zb RCP), da kann man also ruhig ins Detail gehen was man im Software Praktikum konkret gemacht hat. Hatte auch nur 2 Monate Berufspraktika (dafür recht interessante sachen). Betont das auch im Lebenslauf unter "Praktische Erfahrung", also anstatt einen Job zu erwähnen, einfach kurz und prägnant ein Skillprofil niederschreiben (also nicht nur Java - sehr gute kenntnisse, sondern ins Detail gehen, besonderes Augenmerk auf SEPM Praktikum!).


    Hatte auf diese Weise nach zwei Wochen, drei Bewerbungsgespräche (2 positiv, 1 negativ) und 3 Absagen (besonders in IT Health Branche, also unser medizinische informatik studium, suchen sie eher leute mit Berufserfahrung). Fange diesen Monat bei einer Firma an.


    lg hijack