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View Full Version : [Frage] Schriftgröße für Bakk-Arbeit


PsychoTheRapist
10-12-2005, 11:20
In den Bestimmungen die ich von meinem Betreuer für die Bakk-Arbeit bekommen habe, sind Arial 10pt 1,5 Zeilenabstand mit einem Umfang von ca. 80 Seiten für das 10h Praktikum mit Bakk-Arbeit vorgegeben. Da ich mittlerweile einige Diplomarbeiten aus anderen Studienrichtungen gesehen habe, kommen mir diese Vorgaben sehr "hoch" vor, da wenn das so ist, die Bakk-Arbeit wesentlich aufwendiger ist, als Diplomarbeiten anderer Studienrichtungen.. kann das sein? Deshalb meine Frage: ist 10pt bei Diplom bzw. Bakk.- arbeiten wirklich standard?

ComSubVie
10-12-2005, 14:31
Ich hab mich schon ein paar Mal gewundert, was oft als Bakk-Arbeit durchgeht, so im Bereich 30 Seiten, oft ohne oder mit nur geringer Analyse, schlecht dokumentiert, etc. etc. etc. - also schlicht und einfach "billig".

Da ist es gut zu sehen, das es offenbar auch noch Betreuer gibt, die einmal einen halbwegs sinnvollen Umfang verlangen. Und 80 Seiten für ein Praktikum mit Bakk-Arbeit ist in meinen Augen wirklich nicht viel.

Eine Diplomarbeit muss nicht zwangsläufig mehr Umfang haben, als eine Bakk-Arbeit, wobei ich hier denke das etwas im Bereich von 150 Seiten sinnvoll ist. Aber eine Bakk-Arbeit hat üblicherweise einen weitaus geringeren Theorie- und Analyseumfang als eine Diplomarbeit.

Also gerade im Informatik-Bereich ist es schwer zu sagen, was "standard" ist, weil ich hier sinnvolle Bakk-Arbeiten ähnlichem oder mehr Umfang gesehen habe, aber auch drastisch kürzere die dennoch durchgegangen sind. Das ist also im Prinzip nur eine Frage des Betreuers - oder des Institutes...

Plantschkuh!
11-12-2005, 00:44
was oft als Bakk-Arbeit durchgeht
Da es das Konzept der Bakk-Arbeit abgesehen von der beiläufigen Erwähnung in zwei LVA-Titeln nicht gibt, kann beliebiges durchgehen. Die Doku zu meinem Praktikum (also dem, was Leute, die sowas wichtiger nehmen, als es ist, als Bakk-Arbeit bezeichnen; wieso eigentlich immer die Arbeit zum Praktikum, verdammt?) besteht laut wc aus 756 Wörtern -- und das inklusive HTML-Markup.
Ich denk, mit einem Betreuer, der ein Dokument im Umfang einer Diplomarbeit erwartet, hat man durchaus die Arschkarte gezogen. Immerhin ist die Diplomarbeit laut Studienplan umfangreicher (immerhin existiert die Diplomarbeit laut Studienplan!), und beim Praktikum sollte meiner Meinung nach das Praktikum im Vordergrund stehen.
Also Psycho: Wenn du nicht schon viel Arbeit reingesteckt hast oder ganz unbedingt dieses Thema bei diesem Prof behandeln willst, würd ich mir was anderes suchen. Ich bin zwar normal keiner, der sich vor Aufwand scheut, aber schikanieren muß man sich auch nicht lassen.

Nachsatz: Einsteins Diss (!) bestand aus 19 (!) A5(!)-Seiten. (Find im Moment keine zitierbare Quelle dazu, also von mir aus nicht glauben.)
Nachabsatz: Generell sind Längenvorgaben blöd. Wenn ich mich einfach kurz und präzise ausdrücke und ein Thema sagen wir in 40 Seiten abhandeln kann, wieso sollt ich die Arbeit auf das Doppelte aufblähen?
Und ewig lange Fließtexte in einer kleinen serifenlosen Schrift? Schon die Vorgabe einer Schriftart ist hirnrissig, aber dann auch noch Arial...

ComSubVie
11-12-2005, 11:42
Ja, das ist schon klar, im Prinzip kommt es ja auch nicht auf den Umfang selbst an (das ist genauso sinnlos wie die Effizienz eines Programmierers in LinesOfCode zu messen), aber andererseits eine Dokumentation zum Praktikum (die halt gleichzeitig Bakk-Arbeit ist) kann durchaus umfangreich sein - wenn du an etwas über 100 Stunden arbeitest, dann kannst du da sicher auch einiges dokumentieren.

Wenn es aber nicht möglich ist, Dinge sinnvoll zu dokumentieren, dann ist es natürlich weitaus gescheiter, ein paar wenige Seiten zu schreiben, als zahlreiche Seiten inhaltsloses Geschwafel. Im Prinzip ist es gut eine grundsätzliche Vorstellung des gewünschten Umfangs zu haben, allerdings wird der reale Umfang im Normalfall von der Notwendigkeit bestimmt - jedenfalls solange wir mit einem "technischen" Studium beschäftigt sind (das wird bei anderen Studienrichtungen wie Politikwissenschaften, Wirtschafts*, Jus & Co sicher ganz anders sein ;) ).

MaxAuthority
11-12-2005, 14:46
Also, erstens find ich es einen Witz, Arial als Schrift vorzuschlagen, weil die fuer solche Arbeiten einfach nur scheisse aussieht.

Man muss jedoch dazusagen, dass Arial z.b. mit Schriftgroesse 10 viel groesser aussieht als Times oder z.b. die LaTeX standardschrift mit groesse 10.

Eine Arbeit mit Arial 12 schaut ja aus wie fuer einen Seh-blinden gemacht find ich :)

Aber 80 Seiten mit groesse 10 sind natuerlich schon recht viel, aber gibt ja andere moeglichkeiten, sowas zu "strechen" die nicht so dumm aussehen wie groesse 12 bei Arial (z.b. einige fussnoten setzen, haengender Einzug bei paragraphen, seitenrand etwas verstellen, abstand zw. absaetzen etwas raufdrehen,...)

PsychoTheRapist
12-12-2005, 13:08
Danke für eure Antworten, nun ist mir das ganze um einiges klarer. "Leider" hab ich doch schon einiges an Arbeit reingesteckt, und werde sie deshalb auch fertig machen. Mir ist es vorallem darum gegangen, wie "genau" ich mich an derartige Vorgaben halten muss. Da es offensichtlich so ist, dass der Inhalt bei der Arbeit im Vordergrund steht, wird dies auch bei meinem Betreuer nicht anders sein. Somit beschreibt die Seitenanzahl den ungefähren Umfang, jedoch muss ich mich nicht genieren wenn es "nur" 60 seiten werden, und es inhaltlich passt. ;) Und wie Max erwähnt hat, gibt es doch ein paar Möglichkeiten eine Arbeit für Seitengeile ein bisschen aufzublähen.

lEn00x
12-12-2005, 20:32
Da ist es gut zu sehen, das es offenbar auch noch Betreuer gibt, die einmal einen halbwegs sinnvollen Umfang verlangen. Und 80 Seiten für ein Praktikum mit Bakk-Arbeit ist in meinen Augen wirklich nicht viel.

Also ich denke das Qualität vor Quantität geht. nur ein Bsp.: ein bekannter von mir hat mit sub auspiciis praesidentis 2 studien an der tu abgeschlossen, und ist jetzt prof. seine doktorarbeit hatte knapp 60 seiten!

ComSubVie
12-12-2005, 21:30
Das stimmt schon - hab ich in meinem nächsten Post ja auch geschrieben. Allerdings haben die Bakk-Arbeiten die ich bisher gesehen habe weder Qualität noch Quantität. Und leider gibt es inzwischen ein paar Institute die es offenbar nur noch auf die Quantität anlegen (z.B. INSO).

Aber es ist durchaus gut, mal einen etwas höheren Umfang ins Auge zu fassen, weil gerade dann denkt man eher darüber nach, welche zusätzlichen Informationen sinnvoll und nützlich verarbeitet werden können. Wenn dann als Resultat "nur" (z.B.) 40 Seiten rauskommen ist das auch nicht so tragisch, da man ja sagen kann das die notwendigen Dinge alle enthalten sind.

Einen *technischen/theoretischen* Text "künstlich" aufblasen ist so ziemlich das sinnloseste was man da tun kann. Und wenn man ein Projekt sinnvoll dokumentiert (also inklusive Planung, UML bei SW-Projekten, etc.), so erreicht man recht leicht einen größeren Umfang, ohne das sinnlose Information enthalten ist.

Und wenn man ein Dokument wirklich künstlich aufblasen muss: Anhang A: Quellcode ;)