View Full Version : [Frage] Warum Dieses Bak?
matrix-sisters
07-07-2004, 12:05
Warum wählen nur so wenige Studenten das Bak Data Eng. & Statistiks? Ist das Statistik so abschreckend? Also wer das denkt, der kann beruhigt sein. Ich bin weiß Gott kein Mathe-Genie und hatte keine Probleme mit Statistik!
Oder zwängt ihr euch lieber in große überfüllt Hörsäle mit hunderten anderen Studenten und Professoren, die ihr nie persönlich kennen lernt?
Also bei uns (erste Bak-Generation Data Eng. & Statistiks) war das so:
- enger persönlicher Kontakt zu den Professoren - die alle sehr nett und bemüht sind (und bei Problemen immer helfen)
- ziemlich flexible Studenplaneinteilung (da nur wenige Studenten)
- keine überfüllten Hörsäle
- großteils mündliche Prüfungen (die man sich selber gut einteilen konnte! Außer den Prüfungen bei den Informatikern, die alle Studienrichtungen haben, wie SE oder Datenbanksysteme)
Also warum nicht?
Plantschkuh!
08-07-2004, 17:08
Also für mich persönlich ist die Statistik schon erstens abschreckend, zweitens nicht interessant. Und das nur aufgrund der einführenden Statistik-Vorlesung, die alle haben; die weiterführenden LVAs wären dann wohl noch gruseliger. Aber generell finden wohl viele Leute das Stoffgebiet als ganzes einfach nicht interessant bzw. können sich nichts drunter vorstellen.
Was ist echt das Berufsbild? Ich organisiere ein Experiment, lasse es durchführen und berechne schließlich Mittelwert und Varianz der Ergebnisse?
Und was die wenigen Studenten und den persönlichen Kontakt zu den Professoren betrifft: Wenn das deine einzigen Argumente sind, könntest du wohl genauso gleich Finnougristik studieren :) Ja, ich find es auch nett, wenn man Platz hat, seine Kollegen kennt und mit den Profs reden kann; aber das allein wäre für mich kein Grund, mich für ein Studium zu entscheiden. Inhalt geht vor.
matrix-sisters
12-07-2004, 12:44
Mein obiger Thread war ja nur eine Info für Leute, die sich noch nicht entschieden haben und Interesse bekunden, dh nicht, dass jetzt alle Statistk-Hasser hier posten müssen und uns mitteilen, warum sie dieses Bakk nicht machen wollen.
Ich meine für Leute, die sich für Datenbanken, Daten im Allgemeinen und deren Auswertungen interessieren, ist dieses Bakk sehr wohl interessant. Wer zum Beispiel in die Pharma-Industrie gehen möchte, wird dafür bei uns besser ausgebildet als im Medizin-Bakk. Und da das einzige, was in Zukunft immer mehr zunehmen wird, das Datenvolumen ist, und es bei uns auf diesem Gebiet noch keine "Spezialisten" gibt, ist es auch sehr zukunftsträchtig. Und dabei handelt es sich nicht nur um die Pharmaindustrie sondern auch die Telekomunikationsbranche, jedes größere Unternehmen, auch der Staat, die Unis, Banken, ... brauchen dieses Leute.
Sicher ist diese Studienrichtung in Österreich noch ziemlich unbekannt und diese Sparte beginnt jetzt erst langsam zu wachsen.
Jedenfalls finde ich es besser als die hunderten Medieninformatiker und SofwareENg., die nun bald fertig werden - wo sollen die alle unterkommen? Ich weiß zufällig, wie es draußen am Arbeitsmarkt aussieht - und zwar nicht rosig - dh man muss sich bereits im Studium spezialisieren, sonst sitzt man mit den ganzen arbeitslosen Programmierern beim AMS!
Warum wählen nur so wenige Studenten das Bak Data Eng. & Statistiks? Ist das Statistik so abschreckend?
Kann Plantschkuh hier nur zustimmen, mich persönlich interessiert Statistik nicht so sehr (und die 3tsemesterVO hat mich bisher auch eher nur abgeschreckt). Vielleicht finde ich noch etwas mehr Gefallen daran, aber mein ganzes Studium würde ich nicht mit Statistik verbringen wollen (aber das ist Geschmackssache).
- enger persönlicher Kontakt zu den Professoren - die alle sehr nett und bemüht sind (und bei Problemen immer helfen)
- ziemlich flexible Studenplaneinteilung (da nur wenige Studenten)
- keine überfüllten Hörsäle
Ich bin zwar erst seit einem Semester richtig dabei, mir kommt aber vor, im MedizinInf-Bakk ist es mit überfüllten Hörsäalen auch nicht so schlimm, ich find die Hörendenanzahl genau richtig (meistens in den Vorlesungen geschätzt 1-2 Schulklassen, bei Prüfungen hab ich da bis jetzt nie mehr als 100 Leute gesehn). Die Profs in medizinischer sind auch alle wahnsinnig nett (und kennen die meisten Studenten beim Namen).
Nachdem, was ich bis jetzt gehört hab, sollen die geringen Studentenzahlen bei euch das Studium aber auch mühsam machen, dadurch dass Vorlesungen schwerer auffindbar sind bzw gar nicht regelmässig abgehalten werden (das Problem gabs in medizinischer auch, scheint im Moment aber wieder in Ordnung zu sein).
Wer zum Beispiel in die Pharma-Industrie gehen möchte, wird dafür bei uns besser ausgebildet als im Medizin-Bakk. Interessant, wieso das? In Medizinischer Informatik haben wir "Biometrie und Epidemiologie" und lernen auch unter anderem die Biochemie-basics. Schon klar dass Statistiker in der Pharmaindustrie wichtig sind, aber ich denke ohne die medizinischen Grundlagen bringt's das auch nicht.
lG,
Murmel
Ich verstärke mal die Front der Statistik-Freunde ;)
Der Grund, warum meine Kennzahl nicht 531 lautet, ist schlicht und einfach eine komplette Fehleinschätzung vor zwei Jahren. Nur bin ich ein solcher Verrückter, dass ich mir vorgenommen habe, das im Herbst zu ändern... ich weiß, dass es nach dem 4. Semester etwas spät ist für einen Studienwechsel, aber so schlimm wirds glaub ich gar nicht - nach momentaner Planung verliere ich dadurch nicht mehr als ein Semester. :verycool:
Zum eigentlichen Thema: es stimmt sicher, dass es viele schlicht nicht interessiert, und die deshalb was anderes machen - man kann ja niemandem verübeln, sich für eine bestimmte Studienrichtung nicht zu interessieren. Und das Interesse sollte ja auch das hauptsächliche Kriterium sein.
Deswegen glaube ich auch nicht, dass es so viele gibt, die lieber was anderes studieren, weil sie sich um die Zukunftschancen sorgen - bei Philosophie oder Geschichte kommt sowas sicher vor, aber nicht bei D&S. (Ich glaube zwar, wie matrix-sisters, eigentlich, dass gerade bei D&S die Berufschancen gut sind, aber selbst wenn sie schlechter wären als bei den anderen Inf-Bakks, wäre der Unterschied nie so gravierend, dass man sich deswegen Sorgen machen würde - nicht bei einem Studium mit so wenigen Absolventen)
Im speziellen beim Beispiel der Pharmaindustrie glaube ich nicht, dass da medizinische Vorkenntnisse so wichtig sind. Leute, die sich mit Medizin und Pharmazie auskennen, gibts dort ja eh genug... Und diese Leute wirst du mit ein paar Medizin-Grundlagen auch nicht beeindrucken können.
Was die Atmosphäre angeht, muss ich dir, Murmel, in einem Punkt widersprechen: du kannst unmöglich behaupten, dass in der medizinischen genausowenig los ist wie in Statistik: ich kenne keinen einzigen D&Sler, aber zu viele MedInfler um das zu glauben. Sicher, MedInf ist das Bakk mit der 2. geringsten Studentenanzahl, aber D&S ist eine ganz andere Größenordnung.
Dass die Professoren bei der medizinischen alle nett und bemüht sind, glaub ich dir eh - so viele richtige Ungustln gibts unter den Professoren ja Gott sei Dank nicht. Aber ich glaube doch, dass es einen Unterschied macht, ob die jetzt 50 oder 10 Studenten im Hörsaal sitzen haben...
Was die unregelmäßig gehaltenen / schwer auffindbaren lvas betrifft kann ich nicht soviel sagen, aber ich schätze, das betrifft vor allem die Wahlfächer. Pflichtfächer habe ich (fast - 2 fehlten) alle im letzten Jahr im tuwis gefunden. Aber bei den Wahlfächern gibts eh zu viele interessante, als dass man alle machen könnte, ich find auch unter denen, die angeboten werden, schon mehr lvas, die mich interessieren würden, als ich überhaupt machen könnte...
aber wie gesagt, so genau weiß ich noch nicht, ob es diesbezüglich Probleme gibt.
du kannst unmöglich behaupten, dass in der medizinischen genausowenig los ist wie in Statistik Hab ich auch nie behauptet, wie gesagt, ich find es genau richtig in MedInf, weniger Studierende würde ich eher als problematisch sehen. (aber es hat natürlich auch seine Vorteile, keine Frage)
Was die Pharmaindustrie betrifft, klar werd ich die nicht mit medizinischem Fachwissen beeindrucken, aber ich kann mich zumindest mit ihnen verständigen, dadurch, dass ich die ganzen medizinischen Begriffe verstehe, kann Situationen besser einschätzen, dadurch, dass ich gelernt habe, wie das Gesundheitssystem aufgebaut ist und was man noch alles im MedInf-bakk lernt. Darum gehts ja eigentlich auch in medizinische Informatik: Medizin und Informatik zusammenbringen, nicht in beidem Experte zu sein.
lG,
Murmel
hm... ich glaube wir kommen vom Thema ab. lassen wir die MedInf mal MedInf sein. Ich denke, dass es in der Pharmaindustrie sicher Bedarf an Statistikern gibt, und bei diesen Stellen sind sicher nicht in erster Linie medizinische Vorkenntnisse gefragt. Für Medizinische Informatiker gibt es sicher andere Berufsbilder, aber das ist wie gesagt nicht das Thema ;)
Was die wenigen Studenten betrifft, musst du mir noch erklären, welche Nachteile es da gibt. Solange alles, was ich brauch, angeboten wird, und das ist im Moment anscheinend der Fall, sehe ich nicht, welche Vorteile es hätte, mehr Leute im Hörsaal zu haben.
Stimmt, wir kommen vom Thema ab, ich denk aber trotzdem immer noch, dass medInfler in der Pharmaindustrie mindestens genausogut aufgehoben sind :D
Naja, mal angefangen damit, dass es leichter ist, Informationen über Organisation und Lehrstoff von Vorlesungen zu bekommen, je mehr Leute es gibt, die sie besuchen. Beispiele reichen vom gemeinsamen Beispiele-lösen in den Mathe1-foren über die Erstellung von Zusammenfassungen, das Verborgen von Skripten oder schlicht und einfach wissen, wann und wo eine VO stattfindet (was gerade bei kleineren VOs nicht immer leicht ist), oder auch, dass einer für den anderen mitschreibt, wenn man gerade keine Zeit hat, in die VO zu gehen.
Je mehr Leute einen Studienzweig verlassen, umso mehr Beispiele hat man, was man "danach" machen kann, wenn man sieht was die Vorgänger so machen (was nicht heisst, dass ich unbedingt 500 Leute brauche, die mir das vormachen, aber bei 10 Leuten wird jeder irgendwie eine individuelle Karriere anstreben, die man dann nicht unbedingt nachmachen kann - ist ungeschickt formuliert aber ich hoffe, du verstehst was ich mein?).
Und das Wichtigste: man lernt in den LVAs neue Leute kennen, statt dauernd mit denselben 10 Leuten in den VOs zu sitzen.
Ich finde das schon sehr wichtige Vorteile. Massenstudium will ich trotzdem auch keins, weil da wirds dann im Berufsleben schwer, was zu finden.
lG,
Murmel
Bei den ersten zwei Beispielen kommt es eigentlich nicht darauf an, wieviele Leute es gibt, die diese lva noch besuchen, sondern wieviele Leute du kennst. Und da macht es dann eben doch keinen Unterschied, ob es da 100 Leute gibt, von denen du 10 kennst, oder obs 10 sind, die du alle kennst...
Bei deinem ersten Argument kommt hinzu, dass, wenn du eh alle Profs kennst, die Kommunikation noch dazu leichter wird. Bei 100 Leuten kanns leichter passieren, dass du eine Info versäumst, weil sie irgendwo auf einer außerordentlich unübersichtlichen Homepage versteckt ist (Stichwort "Grundlagen der Physik"...)
Beim zweiten Argument - glaubst du, bei 100 Absolventen weißt du, was jeder einzelne von denen nach der Uni macht? oder weißt du das doch von nur ca 10-20 Leuten?
beim dritten scheint schon mehr dran zu sein, allerdings gibts bei D&S auch ne Menge lvas, die andere Bakks auch machen, seien es z.B. die Datenbanksysteme bei den Pflichtfächern oder verschiedene Wahlfächer.
Aber gut, weniger als bei anderen Bakks ist es trotzdem.
Wenn wir das ganze zB forentechnisch betrachten, kommt es sehr wohl darauf an, wieviele Leute die LVA besuchen, weil mit jedem die Wahrscheinlichkeit (haha, Statistik :D ) steigt, dass Informationen/Mitschriften/Prüfungstermine gespostet werden.
Das mit den Profs stimmt, die Kommunikation wird leichter, gleichzeitig will ein Prof eine VO vielleicht auch erst ab einer gewissen Mindestzahl an Studenten abhalten, und wenn du der einzige von 10-20 Leuten bist, dem die VO fehlt, musst du evtl ein oder 2 Semester warten.
Ich kenn dann vielleicht nicht jeden der 100 persönlich, aber über 3 Ecken bekommt man sicher einiges mit, beachte mal wie schnell sich unter Studenten Informationen über billige Freifächer verbreiten, das könnte mit guten Jobinformationen ähnlich sein. Und bis zum Ende vom Bakkstudium mehr als 10-20 Leute des eigenen Studienzweigs kennenzulernen ist denke ich auch kein Kunststück (solange man nicht versucht, es in Rekordzeit abzuschließen :D ).
lG,
Murmel
Plantschkuh!
13-07-2004, 00:12
Warum wählen nur so wenige Studenten das Bak Data Eng. & Statistiks?
nicht, dass jetzt alle [...] hier posten müssen und uns mitteilen, warum sie dieses Bakk nicht machen wollen.
Aha.
Es tut mir leid, wenn dich meine Meinung beleidigt hat; das war nicht meine Absicht. Ich hatte deinen ersten Post eben schon so verstanden, daß du auf der Suche nach Erklärungen warst, wieso sich Leute gegen das Bakk D&S entschieden haben. Ich habe versucht zu erklären, wieso ich mich dagegen entschieden habe. Ist das echt ein Problem?
matrix-sisters
13-07-2004, 12:56
Das ist ja ein Forum für uns, um unsere Meinungen zu posten und andere kennen zulernen. Ich wollte auch nicht zickig reagieren sondern nur klarstellen, dass es natürlich nicht nur darum geht, dass wir so wenige Leute sind! Würde es nur um die Anzahl der Studenten gehen, würde ich auch Numismatik studieren. Mich hat einfach nur interessiert, warum es so wenige Leute wagen. Ich werde auch jetzt im Herbst (hoffentlich) mit dem Bakk fertig werden - und ein Diplomstudium wählen, das mir noch zusätzliche Möglichkeiten bieten wird. Bei uns ist das ja Gott sei Dank kein Problem - mit dem Bakk Informatik kann man sich ja das Diplomstudium aussuchen, das einen interessiert.
Zum Thema Statistik und Wahrscheinlichkeits.. wollte ich nur noch anmerken, dass das bei uns wahrscheinlich sogar leichter ist als in den anderen Bakks (bei uns wird das geblockt in 4 Wochen gehalten, ohne Rechnen, dh UE am PC mit R und "nur" mündlicher Prüfung - da ist keiner durchgefallen).
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