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View Full Version : [Frage] Das Vorspiel der Medieninformatik


godot
12-03-2004, 16:32
Während jeder Informatiker bereits in Sem1 in das Vergnügen kommt in das kalte Wasser der linearen Algebra&Co springen zu dürfen, graut mir, dass ich jetzt bis zum Ende des Studiums das kleine ein mal eins der Wirkungsforschung wiederholen darf.
Während bei Vorträgen über die sogenannten "gesellschaftlichen Bezüge", nicht vollkommen unbrechtigt, für 881 (alter Studienplan) immer wieder gern bei Null angesetzt wurde ("Hey, kennt ihr schon Shannon&Weaver?!"), scheint diese Strategie in der Medieninformatik unbekümmert weiter verfolgt zu werden.
Während Baron-formatige Vortragende sich gerne in der Überforderung mathematisch Uninteressierter" suhlen, ist dabei die Methode der Medien-Profs, nicht weniger überheblich, die Studenten zu Analphabeten deklassiert, geistig aushungern zu lassen.

Nach Studienabschluss dürfen dann diese von Ingenieuren wie Geisteswissenschaflern (und allen anderen) gleichermassen belächelt werden.
Allein, dass das "Qualitätsprofil"-Plädoyer (siehe Studienplan S.68) Bauhaus (80 Jahre alt!!!) als Zugpferd für eine innovative Ausbildungsstrategie präsentiert, legt die Perspektive dar, aus der Geisteswissenschaftler den naiven "Technikern" Nachhilfe von oben herunter zu geben gedenken und sich gleichzeitig von der sowieso als strohdumm klassifizierten "Wirtschaft" deswegen Begeisterungsanfälle erwarten.

Das Resultat, und das kann man unschwer in den Foren erkennen, sind Polarisierungen zwischen "geschenkten Blabla-Vorlesungen" und welchen "die was bringen", wobei ein gewisser Sexismus auch mal gerne Fuss fasst (weiblich: sozio-psycho-Zeugs, gruppendynamische Übungen, viel Reden. männlich: Technik, Beispielabgaben mit harten Deadlines, wenig reden dafür handeln.) Auf diese Situation wird dann reflexartig reagiert: Vortragende sogenannter "blabla"-LVs kontern mit verschärften Prüfungsmodalitäten um sich "gehörigen Respekt" zu verschaffen. Am Ende gibts dann 45 Minuten Tests, in denen 3 ontologische Fragestellungen unter Zeitdruck gelöst werden dürfen, sowie ein kompliziertes Punktesystem für metaepistemologische Übungsbeispiele, die man dann in der Bibliothek, 5.Stock, unter Panik abschreiben darf. Symptombekämpfung, die anfangs noch zu amüsanten Stilblüten führen kann (siehe Signanz-Thread: http://hades.gothic.at/iforum/showthread.php?t=15559 ), aber unweigerlich auf den allgemeinen TU-3ter-antritt-prüfungsordner-jedezweitereihefreilassen-Unsinn zusteuert.




G,
Godot

JohnnyDanger
30-04-2004, 17:02
haha geil, nach meinem algodat fetzen und dieser lektüre bin ich wieder voll motiviert