View Full Version : [Frage] 2.1
sportDoris
16-10-2003, 21:04
n=geschnitten, N=Schnitt über...
u=vereinigt, U=Vereinigung aller...
Bsp. a:
=====
z.z.: W( U (1 bis n) Ai )<=sum (1 bis n) W(Ai)
hier lässt uns mal wieder die vollständige Induktion nicht aus:
zuerst die Basis:
i=1: W(A1)<=W(A1) (haha)
i=2: W(A1 u A1) = W(A1) + W(A2) - W(A1 n A2) <= W(A1) + W(A2), weil W(A1 n A2) sicher positiv ist, und wenn man einen positiven Wert, der abgezogen wird, weglässt, wird das ganze größer
nun der Schritt von n auf n+1, ich gehe von der linken Seite aus:
W( U (1 bis n+1) Ai ) = W( (U (1 bis n) Ai) u An+1) = ...
auf der rechten Seite hab ich nun die Vereinigung über zwei Ausdrücke, nämlich das U(...) und das An+1. für diese beiden wende ich das gleiche an, wie oben bei i=2:
... = W( U (1 bis n) Ai) + W(An+1) - W( [U(1 bis n)Ai] n An+1) <= ...
der dritte Ausdruck, der abgezogen wird, ist wieder sicher >= 0, somit werde ich größer, wenn ich ihn weglasse:
... <= W( U (1 bis n) Ai) + W(An+1) <= ...
der linke Ausdruck kommt ja genau bei der Ungleichung mit Mengen bis An vor, da wir aber gerade die Ungleichung für n+1 beweisen wollen, können wir von der Ungleichung für n als gegeben ausgehen, d.h. ich verwende jetzt genau diese Ungleichung und setze für W( U (1 bis n) Ai) etwas größeres ein:
<= sum (1 bis n) W(Ai) + W(An+1) = sum (1 bis n+1) W(Ai) q.e.d.
sportDoris
16-10-2003, 21:16
Bsp. b:
=====
z.z.: W( N (1 bis n) Ai ) >= sum (1 bis n) W(Ai) - (n-1)
auch hier hilft die vollständige Induktion:
zuerst die Basis:
i=1: W(A1)>=W(A1) (haha)
i=2: W(A1 n A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 u A2) >= W(A1) + W(A2) -1, weil W(A1 u A2) sicher <=1 ist, und wenn man mehr wegnimmt, wird das ganze weniger
nun der Schritt von n auf n+1, ich gehe wieder von der linken Seite aus:
W( N (1 bis n+1) Ai ) = W( [N (1 bis n) Ai] n An+1 ) = ...
auf der rechten Seite stehen wieder zwei Ausdrücke, nämlich der mit dem N(...) und An+1. Ich wende wieder dasselbe wie bei i=2 an:
... = W( [N (1 bis n) Ai] ) + W(An+1) - W( [N (1 bis n) Ai] u An+1) >= ...
da der rechteste Ausdruck eine Wahrscheinlichkeit ist, ist er sicher <=1, wenn ich ihn durch 1 ersetze, werd ich somit kleiner:
... >= W( [N (1 bis n) Ai] ) + W(An+1) - 1 >= ...
der linke Ausdruck kommt ja genau bei der Ungleichung mit Mengen bis An vor, da wir aber gerade die Ungleichung für n+1 beweisen wollen, können wir von der Ungleichung für n als gegeben ausgehen, d.h. ich verwende jetzt genau diese Ungleichung und setze für W( [N (1 bis n) Ai] ) etwas kleineres ein:
... >= sum (1 bis n) W(Ai) - (n-1) + W(An+1) -1 = ...
durch Umformung:
... = sum (1 bis n+1) W(Ai) - n q.e.d.
@Bsp. a)
ich muss sagen, ich häng da bei dem Schritt von n auf n+1 :(
Wenn man die Formel für W( U (1 bis n) A_i ) aus der Vo verwendet, dann kommen ja wenn man statt n (n+1) verwendet, n+1 Teilmengen dazu, und nicht nur W(A_(n+1)) und W( U (1 bis n) A_i u A_(n+1)).
Oder ist das hier schon enthalten, wo ja Durchschnitt anstatt Vereinigung verwendet wird???
W( U (1 bis n) Ai) + W(An+1) - W( [U(1 bis n)Ai] n An+1)
Irgendwie steh ich da voll auf der Leitung ...
sportDoris
17-10-2003, 14:21
wenn man statt n (n+1) verwendet, kommt nur eine Teilmenge dazu, weil zuerst warens n Teilmengen, und jetzt bilden wir die Vereinigung von n+1 Teilmengen.
das ich die Vereinigung [U (1 bis n+1) A_i] anders anschreib, nämlich als
[U (1 bis n) A_i] u A_n+1 ist nur eine Umformung. dann betrachte ich die Vereinigung über n Mengen als EINEN Ausdruck (ist ja auch nichts anderes als eine Menge) und A_n+1 ist dann der zweite Ausdruck, d.h. ich verwende für die beiden Ausdrücke die Formel W(A u B) = W(A) + W(B) - W(A n B), das ist dann genau die Zeile, die du in der Quote stehen hast.
the_unclean
17-10-2003, 14:21
genügt es zu Punkt a nicht einfach zu sagen daß AnB = W(A)*W(B) entspricht
und daß dieses Produkt bei zahlen <1 immer kleiner ist als die Summe derselben?
Die vollständige Induktion sagt mir da eher weniger zu:(
Greets
maz
sportDoris
17-10-2003, 14:29
genügt es zu Punkt a nicht einfach zu sagen daß AuB = W(A)*W(B) entspricht und daß dieses Produkt bei zahlen <1 immer kleiner ist als die Summe derselben?
aufpassen, du hast da die Formeln verdreht:
W(AnB) = W(A) * W(B) und das auch nur, wenn die Ereignisse unabhängig voneinander sind, ansonsten ist W(AnB) = W(A|B) * W(B)
hier noch ein kleines Gegenbeispiel: Wenn B genau das Komplement von der Menge A ist, dann ist AuB ja die ganze Menge, somit wäre dann W(AuB)=1 und nicht W(A)*(1-W(A))
the_unclean
17-10-2003, 14:37
Ah ja danke, is mir auch schon aufgefallen
Da du dich ja gut auskennst bei dem Thema:
wie genau is das mit der Summenformel wirklich
Angenommen ich habe 5 Maschinen von denen jede mit 20% P ein schlechtes Stück herstellt
dann is die P ein schlechtes Stück zu bekommen ja die Summe aller einzelWs
Soll daß heißen daß ich beim obigen Bsp eine W(schlechtes stück) von 1 habe??
das is doch eher nicht wahrscheinlich , oder? :)
greets
maz
sportDoris
17-10-2003, 15:22
ein Tip am Anfang: beim Bsp. 2.6 kommt die Formel auch zu tragen...
ich versuchs mal:
die Formel lautet ja:
W(U (1 bis n) A_k) = sum ({i_1, ..., i_m} enthalten in {1, ..., n}) ( (-1)^(m-1) * W( A_i_1 n ... n A_i_m) )
ganz wichtig ist, dass das m alle Größen von 1 bis n durchläuft, d.h. am besten geht man systematisch vor mit steigendem m:
ich glaub, ein paar Bsp. mit nicht so großem n machen das deutlich:
n=2: W(A_1 u A_2) = ...
so, für die {i_1, ..., i_m} hab ich jetzt folgende Möglichkeiten:
{1}, {2}, {1, 2}
für diese drei Mengen bilde ich die Summanden:
... = W(A_1) + W(A_2) - W(A_1 n A_2)
n=3: W(A_1 u A_2 u A_3) = ...
für die {i_1, ..., i_m} gibt es folgende Möglichkeiten:
{1}, {2}, {3}, {1,2}, {1,3}, {2,3}, {1,2,3}
ich bilde wieder für alle Mengen die Summanden:
... = W(A_1) + W(A_2) + W(A_3) - W(A_1 n A_2) - W(A_1 n A_3) - W(A_2 n A_3) + W(A_1 n A_2 n A_3)
ist es jetzt schon verständlich?
für dein Problem wäre dann i=5, ich versuch mal, alle Mengen aufzuschreiben:
{1}, {2}, {3}, {4}, {5}, {1,2}, {1,3}, {1,4}, {1,5}, {2,3}, {2,4}, {2,5}, {3,4}, {3,5}, {4,5}, {1,2,3}, {1,2,4}, {1,2,5}, {1,3,4}, {1,3,5}, {1,4,5}, {2,3,4}, {2,3,5}, {2,4,5}, {3,4,5}, {1,2,3,4}, {1,2,3,5}, {1,2,4,5}, {1,3,4,5}, {2,3,4,5}, {1,2,3,4,5}
so, wenn man dann W(Ai) mit 1/5 annimmt, wäre W(Ai n Aj)=(1/5)² wenn i nicht j ist, die Wahrscheinlichkeit vom Durchschnitt von drei Mengen wäre (1/5)^3, usw.
die Summanden anschreiben lass ich jetzt weg (selber probieren!), das Ergebnis wäre dann sowas wie:
5*(1/5) - 10*(1/5)^2 + 10*(1/5)^3 - 5*(1/5)^4 + (1/5)^5 = 2101/3125
das kann man nachprüfen, wenn man die Wahrsch., ein schlechtes Stück zu bekommen, über die Gegenwahrsch. ausrechnet, nämlich:
1-(4/5)^5 = 2101/3125
zuerst die Basis:
i=1: W(A1)>=W(A1) (haha)
i=2: W(A1 n A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 u A2) >= W(A1) + W(A2) -1, weil W(A1 u A2) sicher <=1 ist, und wenn man mehr wegnimmt, wird das ganze weniger
Wieso ist (A1 u A2) sicher <=1 ?
sportDoris
18-10-2003, 00:24
es ist nicht (A1 u A2) <= 1, sonder die Wahrscheinlichkeit W(A1 u A2)<=1 und das ist bei allen Wahrscheinlichkeiten, egal von welcher Menge, so, ist einfach so definiert...
die gute seite
18-10-2003, 14:49
Bsp. b:
=====
z.z.: W( N (1 bis n) Ai ) >= sum (1 bis n) W(Ai) - (n-1)
.......
durch Umformung:
... = sum (1 bis n+1) W(Ai) - n q.e.d.
Aber müsste da nicht noch +1 stehen? (wegen dem -(n-1)) mein ich?
sportDoris
18-10-2003, 15:08
nö, weil wenn man in (n-1) statt n (n+1) einsetzt, dann ist das nur n
Ich habe folgendes Problem
die Zeile habe ich noch gleich
Summe(i=1...n)[W(Ai)-(n-1)] + W(An+1)-1)
jetzt versuche das umzuformen
Summe(i=1...n)[W(Ai)] + W(An+1) - Summe(i=1...n)[n-1] - 1
Summe(i=1...n+1)[W(Ai)] - ( Summe(i=1...n)[n-1] + 1 )
so jetzt der Teil ist ja schon mal super:
Summe(i=1...n+1)[W(Ai)]
Aber den Teil probier ich jetzt auch zu rechnen
Summe(i=1...n)[n-1] + 1 = n*(n-1) + 1 = n²-n+1
Und wie bringe ich das jetzt wieder in den Summe(i=1...n+1)[..] hinein
Danke im voraus
Gernot
Bsp. b:
=====
zuerst die Basis:
i=1: W(A1)>=W(A1) (haha)
i=2: W(A1 n A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 u A2) >= W(A1) + W(A2) -1, weil W(A1 u A2) sicher <=1 ist, und wenn man mehr wegnimmt, wird das ganze weniger
Sollte hier nicht anstatt "W(A1 u A2)" "W(A1 n A2)" stehen?
sportDoris
20-10-2003, 10:42
jetzt versuche das umzuformen
Summe(i=1...n)[W(Ai)] + W(An+1) - Summe(i=1...n)[n-1] - 1
aufpassen! dieses n-1 steht nicht in der Summe, das ist einfach nur EIN Term
sportDoris
20-10-2003, 10:45
i=2: W(A1 n A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 u A2) ...
Sollte hier nicht anstatt "W(A1 u A2)" "W(A1 n A2)" stehen?
ich hoffe, du meinst eh genau diese Zeile...
ursprünglich ist die Formel ja für W(A1 u A2), nämlich:
W(A1 u A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 n A2)
wenn du jetzt aber das W(A1 u A2) und das W(A1 n A2) jeweils auf die andere Seite bringst (mit - bzw. +), dann hast du stehen:
W(A1 n A2) = W(A1) + W(A2) - W(A1 u A2)
stimmt, das habe ich total übersehen.
Warum wird bei Beispiel b) nicht das Multiplikationstheorem angewandt?
Wenn man jetzt zB W(A1 n A2 n A3) mit dem umgeformten Additionstheorem ausdrücken will komme ich ins schleudern.
Nehmen wir an wir haben
W(A1 u A2 u A3), so kann ich dass mit dem Additionstheorem folgendermaßen ausdrücken:
W(A1 u A2 u A3) = W(A1) + W(A2) + W(A3) - W(A1 n A2) - W(A1 n A3) - W(A2 n A3) + W(A1 n A2 n A3)
jetzt drücke ich mir aus dem Additionstheorem den letzten Term aus:
-W(A1 n A2 n A3) = W(A1) + W(A2) + W(A3) - W(A1 n A2) - W(A1 n A3) - W(A2 n A3) - W(A1 u A2 u A3)
jetzt multipliziere ich die Gleichung mit -1:
W(A1 n A2 n A3) = - W(A1) - W(A2) - W(A3) + W(A1 n A2) + W(A1 n A3) + W(A2 n A3) + W(A1 u A2 u A3)
Versucht einmal, das Additionstheorem direkt auf W(A1 n A2 n A3) anzuwenden: Funktioniert das? Ist hier nicht die falsche Regel angewandt worden? Oder hab ich da irgendwas übersehen?
mfg
thewulf
_ElGato_
20-10-2003, 18:22
(Fortsetzung von thewulf)
wenn wir für W(A1 n A2 n A3) das Additionstheorem anwenden (auch wenn nach unserer ansicht das Multiplikationstheorem angewandt gehört), führt das zu einem widerspruch, weil:
W(A1 n A2 n A3) (sollte A1 u A2 u A3 sein) = ...
W(A1) + W(A2) + W(A3) - W(A1 n A2) - W(A1 n A3) - W(A2 n A3) + W(A1 n A2 n A3)
der Term W(A1 n A2 n A3) steht somit auf der linken UND auf der rechten seite! das kann unmöglich eine gleichung sein, weil die übrigen Terme W(A1) + W(A2) ... vorkommen!
W(A1 u A2 u A3) = W(A1) + W(A2) usw...
dann steckt hier aber W( U Ai ) in der Formel. Wie kratzt man jetzt die Kurve zur Bonferronschen Ungleichen, in der ja ein W ( N Ai) (daher das Multiplikationstheorem) drinnen steckt???
sportDoris
20-10-2003, 20:11
warum ich nicht das Multiplikationstheorem anwende? ganz einfach, weil ich es ohne Multiplikationstheorem geschafft habe... ;-)
nö, aber mal im Ernst, ich weiß schon wo euer Fehler liegt. Ihr wollt es für drei Mengen auch noch ausprobieren, also zeig ich euch mal den Trick für drei Mengen:
Wichtig für mein Beweis ist eigentlich auch gar nicht das Additionstheorem, sondern diese Formel für zwei Mengen:
W(A u B) = W(A) + W(B) - W(A n B), die man umformen kann, sodass man erhält:
W(A n B) = W(A) + W(B) - W(A u B) (funktioniert mit + und -)
der Trick bei der Sache ist, dass man den Durchschnitt über viele Mengen als Durchschnitt von zwei Mengen anschreiben kann, nämlich als eine einzelne Menge geschnitten mit [dem Durchschnitt über mehrere Mengen], der in dem Fall in einer eckigen Klammer steht, weil das ja eigentlich auch nur eine Menge ist.
ich erläuter mal das ganze für 3 Mengen, daran kann man eh auch den Induktionsschritt erkennen:
W(A1 n A2 n A3) = ...
ich schreib es anders an, ich fasse A1 n A2 als eine Menge zusammen:
... = W( (A1 n A2) n A3) = ...
so, jetzt hab ich da zwei Mengen, nämlich (A1 n A2) als EINE Menge und A3 als die andere. Ich wende die oben genannte wichtige Formel an:
... = W( (A1 n A2) ) + W(A3) - W( (A1 n A2) u A3) >= ...
ich setzt für W(A1 n A2) das ein, was ich von i=2 her schon weiß, und werd somit kleiner (das ist der wichtige Induktionsschritt)
... >= W(A1) + W(A2) - 1 + W(A3) - W( (A1 n A2) u A3) >= ...
für die letzte Wahrscheinlichkeit ( W( (A1 n A2) u A3) ) setzt ich 1 ein, das ist sicher größer, mit einem Minus davor werd ich somit noch einmal kleiner:
... >= W(A1) + W(A2) - 1 + W(A3) -1 = W(A1) + W(A2) + W(A3) -2 q.e.d.
ich hoffe, jetzt ist es verständlich.
und nochmal zum Multiplikationstheorem: da würd ich dann ein Produkt von einigen Wahrscheinlichkeiten bekommen, ein Produkt kommt aber nirgends vor, also brauch ich es auch nicht. und noch was: ich glaub, das Multiplikationstheorem kann man so wirklich nur anwenden, wenn die Ereignisse unabhängig sind...
habs jetzt verstanden, danke!
sportDoris
20-10-2003, 23:57
bitte, bitte, kein Problem
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